Die Pensionskasse Burgergemeinde Bern kündigt 18 Mietverträge in der Stadt Bern zum Ende Juli, ohne geplante Renovierungen durchzuführen, was zu einem erwarteten Anstieg der Mietpreise um 41–64 Prozent führt, berichtet Nume mit Verweis auf Berner Zeitung. Betroffene Mieter haben die Kündigungen zwar rechtlich angefochten, doch sämtliche Verfahren wurden zugunsten der Pensionskasse abgeschlossen.
Die betroffenen Mieter stammen aus drei Liegenschaften in Bern, die alle bis Ende Juli geräumt sein müssen. Die Entscheidung der Pensionskasse sorgt für erhebliche Empörung unter den Mietern, da üblicherweise bei solchen Kündigungen Sanierungen oder Renovierungen vorgesehen sind. Stattdessen sollen die Mieten nach der Räumung deutlich steigen. Ein Sprecher der Pensionskasse bestätigte gegenüber der Zeitung, dass sämtliche Gerichtsverfahren abgeschlossen seien und die Kündigungen als rechtmäßig anerkannt wurden.
Leerstandskündigungen nehmen in der Schweiz zu
Der Fall in Bern ist kein Einzelfall in der Schweiz. Leerstandskündigungen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen, insbesondere in städtischen Zentren. In Zürich mussten nach städtischen Angaben allein fast 5.000 Wohnungen für Neubauprojekte geräumt werden, deutlich mehr als im Durchschnitt der vorangegangenen zehn Jahre. Immobilienexperte Donato Scognamiglio (55) erklärte gegenüber Blick: „Je näher man an beliebten Zentren wie Bern oder Zürich ist, desto höher ist der finanzielle Anreiz für Leerstandskündigungen.“
Beispiele aus der Praxis: Sugus-Häuser in Zürich
Beispiele aus der Schweiz zeigen, dass Leerstandskündigungen schon lange verbreitet sind. Die sogenannten „Sugus-Häuser“ in Zürich sorgten 2024 für landesweites Aufsehen: Rund 200 Mieter dreier Mehrfamilienhäuser im Gebiet Röntgen bei Zürich Hauptbahnhof erhielten Kündigungen, was zu Protesten und breiter Solidarität führte. Im Juni 2025 urteilte das Zürcher Mietgericht erster Instanz, dass die Kündigungen missbräuchlich waren. Auch das Obergericht bestätigte die Unwirksamkeit der Räumungen.
Bern-Bümpliz: 144 Haushalte vor Wohnungsverlust
In Bern-Bümpliz stehen derzeit 144 Haushalte in einem 20-stöckigen Hochhaus aus dem Jahr 1973 vor dem Verlust ihrer Wohnungen. Die Bewohner der Abendstrasse 30 müssen bis Ende Juni 2026 ausziehen, da ab Juli eine vollständige Sanierung der Liegenschaft geplant ist. Viele Mieter äußerten gegenüber Blick ihren Schock angesichts des akuten Wohnraummangels in der Schweiz.
Auch in der Romandie steigen die Leerstandskündigungen
Leerstandskündigungen sind nicht nur in der deutschsprachigen Schweiz verbreitet, sondern treten zunehmend auch in der Romandie auf. Kürzlich wurden in Genf 107 Mieter und 15 Gewerbebetriebe aus fünf Mehrfamilienhäusern des kantonalen Pensionsfonds Basel-Stadt geräumt, da die Gebäude für Renovierungen freigemacht werden müssen. Ein Anwalt der Mietervereinigung Asloca bezeichnete dies als beispiellos in der Westschweiz, wie die Tribune de Genève berichtete.
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