SRF Meteo blickt nach der Wasserhose über dem Bodensee nun auf den Donnerstag, 2. Juli 2026: Das Wetter Schweiz beruhigt sich nach dem Durchzug der Kaltfront deutlich, doch das Ereignis vom Mittwoch bleibt meteorologisch relevant. Der Tornado über Wasser war kurz nach 13 Uhr vor Friedrichshafen sichtbar, wurde auch vom Schweizer Ufer aus beobachtet und entstand in einer labilen Lage nach der Juni-Hitzewelle, berichtet NUME.CH unter Berufung auf SRF Meteo, SWR und den Deutschen Wetterdienst.
Nach bisherigen Angaben kam es auf dem Bodensee zu keinen gemeldeten Notfällen. Die Wasserhose löste sich wieder auf, bevor sie an Land grössere Schäden verursachen konnte. Der Deutsche Wetterdienst schätzte die möglichen Windgeschwindigkeiten nach Medienangaben auf etwa 100 bis 150 Kilometer pro Stunde; genaue Messwerte zu Höhe und Durchmesser lagen zunächst nicht vor.
Was am 2. Juli nach der Wasserhose wichtig ist
| Thema | Stand für Donnerstag, 2. Juli |
|---|---|
| Wetterlage | nach Kaltfront deutlich stabiler |
| Wasserhose-Risiko | tiefer als am Mittwoch |
| Hauptgefahr | lokale Schauer oder Gewitter nur bei neuer Labilität |
| Bodensee | weiterhin warm, aber allein nicht ausreichend für neue Wasserhose |
| Schifffahrt | keine pauschale Gefahr, aber Wetterwarnungen beachten |
| Rückblick | Wasserhose vom 1. Juli war gut sichtbar und ungewöhnlich früh |
| Einordnung | Tornado über Wasser, nicht bloss Windböe |
| Fokus | Beobachtung von Gewitterzellen, Wind und Temperaturgegensätzen |
Warum das Risiko am Donnerstag zunächst sinkt
Für eine neue Wasserhose reicht warmes Wasser allein nicht aus. Es braucht mehrere Faktoren gleichzeitig: warme und feuchte Luft direkt über dem See, deutlich kühlere Luft in der Höhe, eine labile Atmosphäre, Aufwinde unter einer Schauer- oder Gewitterwolke und lokale Rotation in den unteren Luftschichten. Genau diese Kombination war am Mittwoch vorhanden.
Am Donnerstag steht nach dem Frontdurchgang vor allem die Stabilisierung im Vordergrund. Wenn die Luft trockener wird und der vertikale Temperaturgegensatz abnimmt, fehlen wichtige Zutaten für eine neue Wasserhose. Der Bodensee bleibt zwar nach der Hitzeperiode warm, doch ohne kräftige Gewitterzelle und passende Windstruktur bildet sich daraus normalerweise kein Tornado über Wasser.
Warum die Wasserhose trotzdem ein Warnsignal bleibt
Das Ereignis zeigt, wie schnell sich über grossen Seen ein lokales Extremphänomen entwickeln kann. Besonders auffällig war der Zeitpunkt: Wasserhosen treten am Bodensee häufiger im Spätsommer oder Frühherbst auf, wenn die Wasseroberfläche nach langen Wärmephasen besonders warm ist. Dass ein solches Phänomen bereits Anfang Juli sichtbar wurde, hängt mit der starken Juni-Hitze und dem anschliessenden Wetterumschwung zusammen.
SRF Meteo erklärte, dass Wasserhosen im Allgemeinen drei Voraussetzungen brauchen: eine instabile Atmosphäre mit kalter Luft in der Höhe, schwache oder unterschiedlich gerichtete Winde und eine warme Wasseroberfläche. Diese Zutaten machten den rotierenden Rüssel am Mittwoch sichtbar.
Was Meteorologen zur Entstehung sagen
| Voraussetzung | Bedeutung |
|---|---|
| Warmer See | liefert Feuchtigkeit und Energie |
| Kalte Höhenluft | verstärkt die Instabilität |
| Gewitterwolke | erzeugt Aufwind |
| Lokale Rotation | bringt die Luftsäule zum Drehen |
| Kondensation | macht den Trichter sichtbar |
| Schwache Windscherung | kann die Bildung begünstigen |
| Kurze Lebensdauer | viele Wasserhosen verschwinden nach Minuten |
Der Deutsche Wetterdienst bestätigte laut Berichten, dass es sich um einen Tornado über dem Wasser handelte. Der Wirbel war ungefähr 15 Minuten sichtbar und zog danach in Richtung Lindau ab. Die Gewitterzelle, die das Ereignis auslöste, löste sich später wieder auf.
Was Boote, Segler und Badende beachten sollten
Auch wenn am Mittwoch keine Notfälle gemeldet wurden, bleibt eine Wasserhose für kleine Boote und Menschen im Wasser gefährlich. Grosse Schiffe können mehr Abstand halten und sind stabiler. Für Segelboote, Schlauchboote, Kajaks, Stand-up-Paddler und Schwimmer kann ein rotierender Windschlauch dagegen sehr schnell riskant werden.
Wer am 2. Juli oder in den kommenden Tagen auf dem Bodensee unterwegs ist, sollte deshalb nicht nur auf Sonnenschein achten, sondern auch auf Quellwolken, dunkle Schauerzellen, plötzliche Winddrehungen und Wetterwarnungen. Bei sichtbarer Rotation gilt: Abstand halten, nicht in Richtung des Wirbels fahren und bei Gewitterneigung frühzeitig ans Ufer zurückkehren.
Kann sich so etwas erneut bilden?
Ja, grundsätzlich kann sich eine Wasserhose erneut bilden, wenn die Zutaten wieder zusammenkommen. Für Donnerstag ist das Risiko nach der Stabilisierung aber geringer als am Mittwoch. Entscheidend ist nicht das Datum, sondern die konkrete Wetterlage über dem See.
Der Bodensee ist gross genug, um bei warmer Oberfläche viel Feuchtigkeit an die Luft abzugeben. Trifft später wieder kühlere Höhenluft auf diese feuchte Luftschicht und bilden sich neue Gewitterzellen, kann das Phänomen erneut auftreten. Laut DWD kommen Wasserhosen am Bodensee mehrmals pro Jahr vor, besonders häufig unter günstigen Bedingungen im Spätsommer.
Was das für das Wetter Schweiz bedeutet
Für die Schweiz ist die Wasserhose vor allem eine Erinnerung daran, dass sommerliches Wetter nach Hitzephasen nicht nur aus Sonne und Gewittern besteht. Grosse Seen können bei bestimmten Lagen lokale Extremphänomene verstärken. Das betrifft nicht nur den Bodensee, sondern grundsätzlich auch andere grosse Wasserflächen wie Zürichsee, Genfersee oder Vierwaldstättersee.
Am 2. Juli liegt der Fokus deshalb auf der Beruhigung nach der Kaltfront. Die unmittelbare Wiederholungsgefahr ist tiefer, aber Wetterdienste behalten Gewitterzellen, Windstruktur und Temperaturunterschiede im Blick. Genau diese Faktoren entscheiden, ob aus einer gewöhnlichen Schauerwolke ein sichtbarer rotierender Rüssel werden kann. Die Wasserhose vom 1. Juli war kein gewöhnlicher Sommereffekt, sondern ein Tornado über Wasser. Am Donnerstag, 2. Juli, steht nicht mehr das akute Spektakel im Zentrum, sondern die Einordnung: Das Wetter beruhigt sich, das Risiko sinkt, doch warme Seen und labile Luft bleiben in der Schweiz ein wichtiger Faktor für lokale Wetterextreme. Für Bootsführer, Badende und Ufergemeinden heisst das: Wetterwarnungen ernst nehmen, Gewitterlagen beobachten und bei sichtbarer Rotation sofort Abstand halten.
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