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Ussel, 12. Juli 2026 – Mathieu van der Poel hat die wegen extremer Hitze auf 154,6 Kilometer verkürzte 9. Etappe der Tour de France von Malemort nach Ussel im Sprint einer vierköpfigen Ausreissergruppe gewonnen und damit seinen dritten Etappensieg bei der Frankreich-Rundfahrt gefeiert. Tobias Halland Johannessen wurde Zweiter, Tom Pidcock Dritter, während Tadej Pogačar als Elfter ohne Zeitverlust ins Ziel kam und das Gelbe Trikot mit 2:42 Minuten Vorsprung auf Jonas Vingegaard verteidigte. Nach dem ersten Ruhetag am Montag wartet bereits am französischen Nationalfeiertag die nächste grosse Prüfung: Die 166,6 Kilometer lange 10. Etappe von Aurillac nach Le Lioran führt über rund 3900 Höhenmeter durch die Vulkanlandschaft der Auvergne und dürfte das erste echte Bergduell der zweiten Tour-Woche bringen, berichtet die Redaktion von nume.

Wie das Rennen verlief

Die 9. Etappe war die letzte vor dem ersten Ruhetag dieser Tour-Ausgabe. Auf dem Papier bot sie einen anspruchsvollen Parcours durch die Corrèze. Doch die Natur hatte das letzte Wort: Wegen einer Hitzewarnung verkürzte die Rennorganisation die Etappe um 30 Kilometer, weil im Zentralmassiv Temperaturen bis zu 40 Grad prognostiziert waren. Die Fahrer waren auf den ersten Kilometern auf einer alternativen, kürzeren Route unterwegs. Vor der ersten von vier Bergwertungen ging es zurück auf die ursprünglich geplante Strecke. Die 154,6 Kilometer von Malemort nach Ussel blieben sportlich anspruchsvoll: Es ging stetig bergauf und bergab, insgesamt summierten sich 2690 Höhenmeter.

Auch die Sprintwertung wurde vorgezogen und kam bereits nach 13,2 Kilometern. Die 25 Punkte auf ansteigender Strasse holte sich locker der Grün-Trikot-Träger Mads Pedersen, vor Biniam Girmay und Jasper Philipsen. Tim Merlier, der zweifache Etappensieger und Hauptkonkurrent für das Punkteklassement, wurde früh abgehängt – ein Zeichen dafür, wie hart das Tempo bereits von Beginn an war.

Nach einer langen Fluchtphase mit mehreren Anläufen – unter anderem mit Julian Alaphilippe, Marco Haller, Dorian Godon, Michel Hessmann und Xabier Mikel Azparren – setzte sich zunächst eine Sechsergruppe ab, wurde aber wieder eingeholt. Erst nach über 50 Kilometern schafften es sechzehn Fahrer, sich richtig zu lösen.

Die entscheidende Selektion am Suc au May

Am 3,8 Kilometer langen Anstieg am Suc au May (2. Kategorie, 7,5 % im Schnitt) sortierte sich das Rennen neu. Aus der sechzehnköpfigen Gruppe blieben acht Fahrer übrig – die stärksten im Feld:

  • Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech)
  • Tom Pidcock (Pinarello Q36.5), zweifacher Olympiasieger im Mountainbike
  • Quinn Simmons (Lidl-Trek)
  • Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility)
  • Alex Baudin (EF Education-EasyPost)
  • Derek Gee-West (Lidl-Trek)
  • Pablo Castrillo (Movistar)
  • Lennert Van Eetvelt (Lotto-Intermarché)

Tom Pidcock führte die Bergwertung der 2. Kategorie an und holte sich seine ersten fünf Bergpunkte. Auch die vorletzte Bergwertung 56 Kilometer vor dem Ziel gewann der Brite und baute seine Punkte weiter aus.

Van der Poels entscheidende Attacke am Mont Bessou

Als die Spitzengruppe nur noch rund 30 Sekunden Vorsprung hatte, ging es in die letzte Schwierigkeit des Tages: den Mont Bessou (4. Kategorie), 25 Kilometer vor dem Ziel. Auf der nur 900 Meter langen und 7,3 Prozent steilen Rampe nahm van der Poel das Heft in die Hand und fuhr als Erster über die Kuppe. Der Vorsprung war phasenweise gefährdet. UAE Team Emirates XRG des Gelb-Trikot-Trägers Pogačar zog zwischendurch das Tempo im Hauptfeld an, und auch Netcompany Ineos setzte sich an die Spitze, um die Top-10-Platzierung von Egan Bernal zu schützen. Der Abstand lag nie über rund 1:15 Minuten und schrumpfte immer wieder.

In der Abfahrt nach dem Mont Bessou schlossen Tom Pidcock, Alex Baudin und Tobias Johannessen wieder auf van der Poel auf. So entstand ein Quartett, das bis zum letzten Kilometer harmonisch zusammenarbeitete, um der Rückkehr des Feldes zu widerstehen. Pidcock hatte kurz zuvor noch mit einem Schaltungsproblem zu kämpfen, konnte das Loch aber wieder stopfen.

«Ich war mir nicht so sicher. Ich habe viel Energie investiert, um die Flucht am Leben zu halten; die Strassen waren schrecklich für einen Ausreisser, Gegenwind den ganzen Tag. Wir haben wirklich darum gekämpft, und ich bin froh, dass ich es zu Ende gebracht habe.» — Mathieu van der Poel nach dem Zieleinlauf

Der Sprint: van der Poel unschlagbar

Van der Poel führte die Gruppe mit 22 Sekunden Vorsprung auf den letzten Kilometer und lancierte seinen Sprint 200 Meter vor dem Ziel. Obwohl er den Sprint fast über den gesamten letzten Kilometer selbst anführen musste, konnte ihm niemand mehr folgen. Der Niederländer hielt die Spitze bis über die Ziellinie.

Das Ergebnis der 9. Etappe:

RangFahrerTeam
1Mathieu van der PoelAlpecin-Premier Tech
2Tobias Halland JohannessenUno-X Mobility
3Tom PidcockPinarello Q36.5
4Alex BaudinEF Education-EasyPost
Filippo Ganna (Feld-Erster, +6 Sek.)Netcompany Ineos

Nur sechs Sekunden nach den Ausreissern rauschte das Hauptfeld über die Ziellinie. Den Sprint der Verfolger entschied Filippo Ganna vor Mads Pedersen und Michael Matthews für sich. Pedersen baute damit seine Führung im Punkteklassement weiter aus.

Gelbes Trikot: Pogačar bleibt vorne

Tadej Pogačar liess sich nicht in Gefahr bringen und kam als Elfter sicher ins Ziel. Er verteidigt sein Gelbes Trikot in den ersten Ruhetag – mit 2:42 Minuten Vorsprung auf Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike). In der Gesamtwertung blieb alles beim Alten, da Pidcock und Johannessen nur wenige Sekunden gutmachten.

Die wichtigsten Trikots nach der 9. Etappe:

TrikotWertungFührender
GelbGesamtwertungTadej Pogačar
GrünPunktewertungMads Pedersen
GepunktetBergwertungTadej Pogačar (getragen von Vingegaard)
WeissNachwuchswertungIsaac del Toro

Mit diesem Sieg ergänzt van der Poel seine beeindruckende Palmarès: Neben den drei Tour-Etappensiegen hat er auch dreimal Paris-Roubaix und mehrfach die Radquer-Weltmeisterschaft gewonnen. Er zeigt einmal mehr, dass er zu den vielseitigsten Fahrern des Feldes gehört.

Warum die Etappe verkürzt wurde

Die Verkürzung um 30 Kilometer war keine Bequemlichkeitsmassnahme, sondern eine Reaktion auf eine extreme Hitzewarnung im Zentralmassiv. Für einen Teil der Strecke – der tiefer im Massiv lag – waren bis zu 40 Grad prognostiziert. Die Fahrervertretung CPA betonte, dass die Startzeiten angepasst werden müssten, um die Gesundheit der Athletinnen und Athleten zu schützen. Es ist ein Thema, das im Radsport immer wichtiger wird, weil extreme Hitzewellen im Sommer häufiger auftreten.

Für die Schweizer Radsport-Fans ist das ebenfalls relevant: Alpine Etappen und Hitzeplanung werden in den kommenden Tagen noch mehr zu reden geben, wenn die Tour Richtung Alpen fährt.

Was kommt als Nächstes bei der Tour

Nach dem ersten Ruhetag am Montag, dem 13. Juli, geht es am Dienstag, dem französischen Nationalfeiertag, weiter. Bei der 10. Etappe steht ein anspruchsvolles Teilstück durch die Vulkanberge der Auvergne an: 166,6 Kilometer von Aurillac nach Le Lioran mit rund 3'900 Höhenmetern. Zwei Anstiege der 1. Kategorie – der Pas de Peyrol (Puy Mary, 7,8 km à 6 %) und der Col de Pertus (4,4 km à 8,5 %) – sowie der abschliessende Col de Font de Cère prägen den Schluss. Das Ziel liegt in der Skistation Le Lioran auf 1'242 Metern, wo 2024 Jonas Vingegaard Tadej Pogačar knapp bezwang.

Für die Gesamtwertung wird es das erste echte Bergduell der zweiten Woche. Bei rund 35 Grad bleibt die Hitze ein Faktor. Nume bleibt dran und liefert Ihnen die Highlights, Ergebnisse und Hintergründe zu jeder Etappe.

FAQ

Wer hat die 9. Etappe der Tour de France 2026 gewonnen? Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech) gewann die 9. Etappe im Sprint der Ausreissergruppe in Ussel – seinen dritten Tour-Etappensieg.

Warum wurde die Etappe verkürzt? Wegen einer Hitzewarnung mit Temperaturen bis zu 40 Grad im Zentralmassiv wurde die Etappe um 30 Kilometer auf 154,6 Kilometer verkürzt, um die Gesundheit der Fahrer zu schützen.

Wer trägt das Gelbe Trikot? Tadej Pogačar (UAE Team Emirates XRG) bleibt im Gelben Trikot, mit 2:42 Minuten Vorsprung auf Jonas Vingegaard.

Wer wurde Zweiter und Dritter? Zweiter wurde Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility), Dritter Tom Pidcock (Pinarello Q36.5).

Was passiert am 13. und 14. Juli? Am 13. Juli ist erster Ruhetag. Am 14. Juli folgt die 10. Etappe von Aurillac nach Le Lioran (166,6 km, rund 3'900 Höhenmeter) durch die Auvergne.

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