Der Bitcoin Kurs ist am Freitagnachmittag, dem 5. Juni 2026, erstmals seit Oktober 2024 unter die psychologisch wichtige Marke von 60'000 Dollar gerutscht – und damit die letzte Verteidigungslinie vieler Anleger durchbrochen. BTC fiel bis auf 59'743 US-Dollar und verlor seit dem 1. Juni zeitweise nahezu 20 Prozent in nur fünf Tagen. Begleitet wurde der Absturz von einer brutalen Liquidationswelle im gesamten Kryptomarkt, wie NUME.CH aus der Auswertung der Handelsdaten berichtet. Warum der Kurs gerade jetzt kippt, wer verkauft und wie tief es noch gehen könnte – der Überblick.
Was am Freitag genau passierte
Der Taucher kam am späten Nachmittag. Am Samstag, dem 6. Juni 2026, liegt der Bitcoin-Kurs zum ersten Mal seit Oktober 2024 unter der 60'000-US-Dollar-Marke – ein Niveau, das Marktbeobachter seit Tagen als entscheidende Schwelle ansahen. Die 24-Stunden-Spanne lag zwischen rund 59'228 und 62'138 US-Dollar.
Der Sturz war kein langsames Abbröckeln, sondern ein abrupter Bruch. Bitcoin fiel am Freitag um rund 4 Prozent innerhalb von nur 24 Stunden, der Flash Crash löste im gesamten Kryptomarkt gehebelte Liquidationen in Höhe von 1,57 Milliarden US-Dollar aus. Kurz nach Erreichen des neuen Jahrestiefs erholte sich der Coin zunächst wieder leicht – doch die Botschaft war angekommen: Die Marke von 60'000 Dollar hält nicht mehr verlässlich.
Eine Liquidationswelle als Brandbeschleuniger
Der eigentliche Treiber des Absturzes lag nicht im Spotmarkt, sondern bei den Hebelprodukten. Wer mit Fremdkapital auf steigende Kurse gesetzt hatte, wurde reihenweise aus dem Markt gespült.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Tiefststand BTC (5. Juni) | 59'743 US-Dollar |
| Gesamte Liquidationen Kryptomarkt | 1,57 Mrd. US-Dollar |
| Davon Long-Positionen | 1,28 Mrd. US-Dollar |
| Liquidierte BTC-Longs | 381 Mio. US-Dollar |
| Liquidierte BTC-Shorts | 111 Mio. US-Dollar |
| Verlust seit 1. Juni | bis zu ~20 % in 5 Tagen |
Es war bereits das vierte Mal in fünf Tagen, dass die Schwelle von 1 Milliarde US-Dollar an Liquidationen überschritten wurde. Bei Bitcoin allein wurden Long-Positionen im Wert von 381 Millionen US-Dollar ausgelöscht, während Short-Liquidationen mit 111 Millionen US-Dollar deutlich geringer ausfielen. Das Verhältnis zeigt: Der Markt war zu optimistisch positioniert – und musste das teuer bezahlen.
Warum der Bitcoin Kurs gerade jetzt einbricht
Hinter dem Absturz steht kein einzelner Auslöser, sondern ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Die wichtigsten Gründe im Überblick:
- ETF-Abflüsse: In den USA zogen Anleger in den vergangenen Wochen Milliarden aus Bitcoin-Spot-ETFs ab. Allein im Mai 2026 gab es Rekordabflüsse von mehreren Milliarden Dollar.
- Verkäufe langjähriger Halter: Selbst erfahrene Investoren reduzieren ihre Bestände. In den ersten Junitagen verkauften diese Halter Bestände im Wert von rund 2,4 Milliarden Dollar.
- Technischer Bruch: Bitcoin rutschte unter die 100-Tage-Linie, ein für viele Trader wichtiges Warnsignal.
- Stimmungseinbruch: Der Fear-and-Greed-Index kippte auf «extreme Angst».
- Risikoscheu insgesamt: Der gesamte Markt für riskante Anlagen ist derzeit vorsichtig.
Die halbierte Bilanz seit dem Herbsthoch
Wer den Crash einordnen will, muss zurückblicken. Die Talfahrt begann nicht erst diese Woche. Seit dem Hoch im Herbst 2025 von über 126'000 Dollar hat Bitcoin mehr als die Hälfte seines Wertes eingebüsst. Im Mai und Anfang Juni fielen reihenweise wichtige Marken. Die Etappen der Abwärtsbewegung:
- Herbst 2025: Allzeithoch über 126'000 Dollar.
- Anfang Juni 2026: Bruch der 70'000-Dollar-Marke und der 100-Tage-Linie.
- 4. Juni 2026: Kurs bei rund 62'700 Dollar, Minus von über drei Prozent an einem Tag.
- 5. Juni 2026: Erstmals seit 2024 unter 60'000 Dollar.
Viele Experten sprechen von der tiefsten Phase seit Februar 2026. avr
Wie tief kann es noch gehen?
Die entscheidende Frage für Anleger lautet nun: Ist die Talsohle erreicht – oder beginnt erst der grosse Absturz? Die Einschätzungen gehen auseinander. Pessimistisch klingt der Analyst Charles Edwards. Er warnt, dass Bitcoin sich an einem Kipppunkt befindet und potenziell einem Totalverlust ausgesetzt sein könnte. Auch die Prognosemärkte sind bärisch. Top-Investitionen setzen auf einen Bitcoin-Kurs unter 60'000 USD, die On-Chain-Daten sind ebenfalls bärisch. Doch es gibt auch die Gegenseite. Der Bruch der 60'000-Dollar-Marke wird sowohl als Signal für eine mögliche Kapitulation als auch als Einstiegschance interpretiert. Der langfristige Trend ist nicht zwangsläufig gebrochen – es könnte sich auch um eine normale Korrektur innerhalb eines übergeordneten Aufwärtstrends handeln.
«Der Bruch wichtiger technischer Marken erhöht kurzfristig den Druck auf den Kurs. Die nächsten Wochen werden entscheidend sein.» (sinngemäss aus der Marktanalyse von avronline.de, 3. Juni 2026)
Einig sind sich die Beobachter in einem Punkt: Hält sich der Kurs längere Zeit unter 60'000 Dollar, droht der nächste Abwärtsschub. Bleibt die Marke hingegen verteidigt, könnte sie zur Basis für eine Erholung werden. Ob Bitcoin die Stabilisierung schafft oder eine tiefere Korrektur folgt, hängt stark von der Marktstimmung und neuen Impulsen ab. avr
Was Anleger jetzt beachten sollten
Für Anlegerinnen und Anleger in der Schweiz ist in dieser Phase vor allem eines gefragt: Nüchternheit statt Reflex. Wer den Markt rund um die Uhr beobachtet, trifft selten bessere Entscheidungen als jene, die eine klare Strategie vorab festgelegt haben. Die wichtigsten praktischen Punkte im Überblick:
- Hebel ist der grösste Risikofaktor: Die aktuelle Welle traf fast ausschliesslich fremdfinanzierte Positionen – allein bei Bitcoin wurden Long-Hebelpositionen im Wert von 381 Millionen Dollar zwangsweise geschlossen. Wer ohne Hebel im Spotmarkt investiert ist, gerät in keine solche Zwangsliquidation und kann eine Schwächephase grundsätzlich aussitzen.
- Volatilität gehört zum Profil: Kursschwankungen im zweistelligen Prozentbereich innerhalb weniger Tage sind beim Bitcoin kein Ausnahmezustand, sondern Normalität. Ein Minus von 20 Prozent in fünf Tagen fühlt sich dramatisch an, ist historisch aber wiederholt vorgekommen.
- Panikverkäufe selten klug: Der Fear-and-Greed-Index auf «extreme Angst» markierte in der Vergangenheit oft Phasen maximaler Nervosität – nicht zwingend den endgültigen Tiefpunkt. Verkäufe genau in solchen Momenten realisieren Verluste, die sich bei einer Erholung als verfrüht erweisen können.
- Nur einsetzen, was verkraftbar ist: Die Bandbreite der Szenarien reicht derzeit von einer baldigen Erholung über eine Bodenbildung bis zu einem weiteren Einbruch Richtung 44'000 bis 54'000 Dollar. Wer nur Kapital einsetzt, dessen möglicher Totalverlust den Lebensstandard nicht berührt, kann solche Schwankungen emotional besser tragen.
- Steuern in der Schweiz mitdenken: Private Kursgewinne aus Bitcoin sind für Privatpersonen in der Schweiz in der Regel steuerfrei, die Bestände unterliegen aber der Vermögenssteuer zum Jahresendkurs. Wer verkauft oder umschichtet, sollte die kantonale Situation im Blick behalten.
Dies ist keine Anlageberatung. Wer in Kryptowährungen investiert, sollte sich der hohen Risiken bewusst sein und im Zweifel professionellen Rat einholen.
Häufige Fragen zum Bitcoin-Absturz (FAQ)
Warum ist der Bitcoin Kurs unter 60'000 Dollar gefallen? Der Auslöser war ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren: anhaltende Milliardenabflüsse aus US-Spot-ETFs, Verkäufe langjähriger Halter im Umfang von rund 2,4 Milliarden Dollar Anfang Juni, der Bruch wichtiger technischer Marken wie der 100-Tage-Linie sowie eine grosse Liquidationswelle bei gehebelten Positionen. Zusammen erzeugten diese Kräfte am 5. Juni 2026 den Sturz unter 60'000 Dollar.
Wie tief kann der Bitcoin Kurs noch fallen? Die Prognosen gehen auseinander. Bärische Analysten sehen bei einem dauerhaften Bruch der Unterstützung Raum bis in den Bereich von 44'000 bis 54'000 Dollar. Charles Edwards warnt sogar vor einem Kipppunkt mit potenziell sehr hohen Verlusten. Optimistischere Stimmen halten den Sturz für eine Korrektur innerhalb eines übergeordneten Aufwärtstrends und sehen Einstiegschancen.
Ist jetzt ein guter Zeitpunkt zum Kaufen? Das lässt sich seriös nicht pauschal beantworten. Der Bruch der 60'000-Dollar-Marke wird sowohl als Kapitulationssignal als auch als Einstiegsgelegenheit gedeutet. Entscheidend sind der eigene Anlagehorizont, die Risikobereitschaft und die Frage, ob man eine längere Schwächephase finanziell und emotional aushalten kann.
Was bedeutet die Liquidationswelle für mich? Direkt betroffen sind nur Anleger mit gehebelten Positionen, die bei Erreichen bestimmter Kurse automatisch geschlossen werden. Indirekt verstärken solche Zwangsverkäufe den Kursdruck für alle, weil sie weiteres Verkaufsvolumen in den Markt drücken. Wer im reinen Spotmarkt ohne Kredit investiert ist, kann nicht liquidiert werden.
Wann gilt der Absturz als gestoppt? Als wichtige Schwelle gilt die Rückeroberung der 60'000- bis 62'500-Dollar-Region. Hält sich der Kurs nachhaltig über diesen Marken, sprechen Analysten von einer Stabilisierung. Bleibt er längere Zeit darunter, steigt das Risiko eines weiteren Abwärtsschubs. Verlässliche Punktprognosen sind beim Bitcoin allerdings kaum möglich.
Wie werden Bitcoin-Verluste in der Schweiz steuerlich behandelt? Für Privatpersonen sind Kursgewinne aus Bitcoin in der Regel als steuerfreier privater Kapitalgewinn einzustufen – im Gegenzug sind private Kursverluste steuerlich nicht abzugsfähig. Die Bestände selbst zählen zum steuerbaren Vermögen und werden zum Jahresendkurs bewertet. Im Einzelfall lohnt sich eine Abklärung mit der kantonalen Steuerverwaltung.
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