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22. August 2026, Italien: Schwere Unwetter in Italien haben seit Donnerstag Teile des Nordens und der Mitte des Landes mit Starkregen, Gewittern, heftigen Windböen, Überflutungen und Erdrutschen getroffen. Dokumentierte größere Feuerwehreinsätze und Schäden gibt es in sechs Regionen: Lombardei, Toskana, Piemont, Ligurien, Venetien und Emilia-Romagna. Besonders kritisch war die Lage in den Berggebieten der Lombardei sowie in der Lunigiana im Norden der Toskana, wo Ortschaften zeitweise abgeschnitten, Menschen evakuiert und Verkehrswege durch Schlamm, Geröll oder eingestürzte beziehungsweise beschädigte Brücken blockiert wurden. Innerhalb von 24 Stunden meldeten die italienischen Feuerwehren mehr als 1200 wetterbedingte Einsätze in Mittel- und Norditalien, berichtet NUME.CH unter Berufung auf italienische Behörden und Einsatzberichte.

Am Samstag, 22. August, hat sich die Wetterlage gegenüber Donnerstag und Freitag vielerorts beruhigt, die Folgen sind jedoch nicht beseitigt. Allein in der Toskana meldeten die Feuerwehren rund 500 Einsätze, in der Lombardei etwa 300, in Ligurien mehr als 190, im Piemont 150 und in der Emilia-Romagna mehr als 180; hinzu kommen Einsätze in Venetien. Für Samstag besteht zugleich eine gelbe Warnstufe in Teilen von Lombardei, Puglia, Basilicata, Campania und Molise. Die aktuelle Warnkarte beschreibt damit nicht dieselben Regionen wie die Schadensbilanz der vergangenen Unwettertage: Sie zeigt das Risiko für den 22. August, während die Schäden vor allem während der Wetterfront vom 20. und 21. August entstanden.

Welche Regionen in Italien sind von den Unwettern betroffen

Die Schadensmeldungen konzentrieren sich nach dem jüngsten Einsatzstand auf Lombardei, Toskana, Piemont, Ligurien, Venetien und Emilia-Romagna. Dabei handelt es sich nicht überall um dasselbe Schadensbild. In den Alpen und im Apennin standen Rutschungen, über die Ufer getretene Bäche und abgeschnittene Orte im Vordergrund. In Städten und Ebenen mussten die Einsatzkräfte dagegen häufiger überflutete Keller auspumpen, umgestürzte Bäume beseitigen, Dächer sichern und beschädigte Verkehrswege freiräumen. Die italienische Feuerwehr meldete am Samstag mehr als 1200 Einsätze binnen 24 Stunden im Zentrum und Norden des Landes. In der Toskana konzentrierten sich rund 500 Einsätze vor allem auf Pisa, Massa-Carrara, Lucca, Florenz und Pistoia. In der Lombardei wurden rund 300 Operationen zur Wiederherstellung von Verkehrswegen, wegen Hangbewegungen und zur Unterstützung abgeschnittener Ortschaften durchgeführt. In Ligurien lagen mehr als 190 Einsätze zwischen Genua und La Spezia, während das Piemont 150 Einsätze vor allem in Turin, Alessandria, Novara und Verbania meldete.

Die sechs Regionen gehören zur selben Unwetterlage, doch die örtlichen Folgen reichen von Windbruch bis zu schweren hydrogeologischen Schäden.

Die wichtigsten bestätigten Schwerpunkte:

  • Lombardei: Bergamo, Brescia, Como, Sondrio sowie weitere Provinzen; Erdrutsche, übergetretene Bäche, Evakuierungen und zeitweise isolierte Orte.
  • Toskana: Massa-Carrara, Lucca, Pisa, Florenz und Pistoia; Erdrutsche, Hochwasser, Sturmschäden, Verkehrsunterbrechungen und Stromausfälle.
  • Piemont: Turin, Novara, Alessandria, Verbania und zuvor auch Biella; Überflutungen, Windschäden und umgestürzte Bäume.
  • Ligurien: vor allem Genua und La Spezia; Starkregen, Gewitter, Blitzschäden und mehr als 190 Feuerwehreinsätze.
  • Venetien: besonders Rovigo, Padua und Venedig; umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller und Sicherungsarbeiten.
  • Emilia-Romagna: Forlì-Cesena, Ravenna und Ferrara sowie kleinere Einsatzserien in Bologna und Modena; Windbruch, Überflutungen und Schäden an Gebäuden.

Der nationale Dipartimento della Protezione Civile hatte bereits für den 20. und 21. August Gewitter und teils hohe Niederschlagsmengen für große Teile Norditaliens und der nördlichen Toskana angekündigt. Für den 20. August wurden verbreitete Niederschläge unter anderem für Piemont, Lombardei, Trentino, alpine und voralpine Bereiche Venetiens und Friaul-Julisch Venetiens, Ligurien, die nördliche Toskana und den emilianischen Apennin prognostiziert.

Was geschah bei den Erdrutschen in der Toskana

Einer der schwersten lokalen Zwischenfälle ereignete sich in Bagnone in der Provinz Massa-Carrara. Dort fielen nach Angaben der Region, die Rai News wiedergab, rund 260 Millimeter Regen in weniger als drei Stunden. Eine vergleichbare Niederschlagsmenge war in diesem Gebiet nach diesen Angaben seit der schweren Überschwemmung in der Versilia im Jahr 1996 nicht registriert worden. Der Fluss Bagnone erreichte zeitweise die zweite Warnschwelle. Mehrere Erdrutsche in Italien trafen dort Straßen und kleinere Siedlungen. In Bagnone retteten Feuerwehrkräfte drei Menschen aus dem Bereich einer Rutschung. Verschiedene Ortsteile wurden durch Hangbewegungen zeitweise vom Straßennetz abgeschnitten, fünf Bewohner blieben unter Beobachtung, weil ihr Wohnort nach dem Einsturz einer Brücke auf dem normalen Landweg nicht mehr erreichbar war.

Besonders problematisch blieb die Provinzstraße SP21 oberhalb von Bagnone. Ein Abschnitt der Fahrbahn gab nach, weshalb die Straße auch am 22. August geschlossen blieb und eine längere Reparatur erwartet wurde. Andere vorübergehende Straßensperren konnten nach Räum- und Sicherungsarbeiten aufgehoben werden.

„Bagnone ist die vom Unwetter am stärksten betroffene Gemeinde.“
(Lagebericht zur Toskana, Rai News unter Berufung auf Behörden und Einsatzkräfte, 22. August 2026)

Auch andere Teile der Toskana waren betroffen. In Stazzema im Gebiet von Lucca bestanden am Samstag weiterhin Stromausfälle in Bergdörfern wie Arni, Cardoso und La Culla. An der Versilia-Küste verursachten Windböen Schäden an Badeanlagen in Tonfano, Lido di Camaiore und Viareggio. In Florenz mussten nach Sturmschäden Parks, Gärten und Friedhöfe für technische Kontrollen geschlossen bleiben.

Welche Verkehrsverbindungen wurden beeinträchtigt?

Die Unwetter wirkten sich nicht nur auf lokale Straßen aus. Auf der Bahnstrecke Firenze–Borgo San Lorenzo–Faenza wurde der Verkehr am Freitag wegen Wetterschäden zeitweise unterbrochen. Auch zwischen Diecimo Pescaglia und Bagni di Lucca auf der Verbindung Aulla–Pisa kam es zu einer Sperrung mit Verspätungen, Zugausfällen und Ersatzverkehr.

Für die Bewertung der Lage in Ferienorten ist deshalb die konkrete Zufahrtsstraße oder Bahnstrecke wichtiger als eine allgemeine Wetterangabe für die gesamte Toskana.

Wie schwer sind die Schäden in der Lombardei

Die Lombardei gehört zu den am stärksten betroffenen Regionen. Die Regionalregierung kündigte an, wegen der Schäden durch Überflutungen, Erdrutsche und Einstürze den nationalen Notstand zu beantragen. Nach einer vorläufigen Bilanz mussten rund 400 Menschen evakuiert werden. Besonders kritisch war die Situation in der Provinz Bergamo. In der Val Brembana waren zeitweise mehrere Gemeinden isoliert. In Isola di Fondra wurden etwa 250 Menschen von einem Campingplatz evakuiert, weil oberhalb des Geländes eine Rutschung drohte und gleichzeitig ein Bach stark anschwoll. In der Bergamasca wurden insgesamt mehrere hundert Menschen vorsorglich aus gefährdeten Bereichen gebracht.

Die Niederschlagsmengen erklären das Ausmaß der Probleme. Das regionale Umwelt- und Wetterzentrum ARPA Lombardia registrierte bis zu 250 Millimeter Regen in den Orobie-Alpen und bis zu 240 Millimeter am westlichen Ufer des oberen Comer Sees. An der Messstation Carona Lago Fregabolgia wurden seit Mittwochabend 253 Millimeter gemessen. Besonders hohe Wassermengen verzeichneten die Einzugsgebiete von Brembo, Oglio und Serio.

In einem früheren Zwischenstand hatten die Feuerwehren 438 Einsätze in allen Provinzen der Lombardei gemeldet. Darunter waren 154 Einsätze wegen gefährlicher Bäume, mehr als 130 wegen Wasserschäden und Überflutungen, 65 wegen statischer Gebäudeschäden und 36 im Zusammenhang mit Erdrutschen. Die höchsten Einsatzahlen entfielen damals auf Monza und Brianza, Varese, Como, Sondrio und Mailand.

GebietGemeldete LageZentrale Folgen
BergamoStarkregen, Rutschungen, HochwasserEvakuierungen, isolierte Orte
BresciaErdrutsche und GewässerproblemeStraßenschäden, Evakuierungen
Comosehr hohe RegenmengenÜberflutungs- und Hangrisiko
Sondrioalpine NiederschlägeVerkehrs- und Hangprobleme
Monza und Brianzazahlreiche FeuerwehreinsätzeBäume, Wasser- und Gebäudeschäden
Mailand und weitere Provinzenlokale Unwetterschädentechnische Hilfe und Sicherung

Die Region meldete zudem Probleme in der Valle Camonica. In Sonico, Vione und umliegenden Gebieten beschäftigten Rutschungen und Geröll die Einsatzkräfte; einige Bewohner in Vione wurden vorsorglich evakuiert. In Ponte di Legno traf ein Blitz eine technische Anlage der Gondelbahn Ponte-Tonale. Acht Personen konnten die Anlage verlassen, Verletzte wurden nicht gemeldet.

Was ist aus Piemont, Ligurien und Venetien bekannt

Im Piemont nach dem Unwetter wurden am Samstag 150 abgeschlossene Feuerwehreinsätze in Turin, Alessandria, Novara und Verbania gemeldet. Bereits während der ersten Gewitterphase waren weitere Teile der Region betroffen. Rai berichtete aus Biella, Novara und Turin über Hagel, Überflutungen, Windschäden und Stromprobleme.

In Curino in der Provinz Biella wurden 164 Millimeter Niederschlag und Windböen von mehr als 80 Kilometern pro Stunde registriert. Bäume stürzten um, Dachziegel wurden abgedeckt und Teile der Gemeinde verloren die Stromversorgung. In Montanaro bei Turin liefen Straßen voll, während Fontaneto d'Agogna im Gebiet Novara von einem Downburst mit starken Böen und kleinem Hagel getroffen wurde. Ligurien verzeichnete mehr als 190 Feuerwehreinsätze zwischen Genua und La Spezia. Während der Gewitterphase wurden in der Region rund 37.000 Blitze registriert. In Riva Trigoso im Osten der Provinz Genua traf ein Blitz die Kirche San Pietro, beschädigte Dach und Glockenturm und führte zur vorübergehenden Schließung des Gebäudes für Kontrollen.

Rund 37.000 Blitze wurden während der Unwetterwarnung in Ligurien registriert.
(Rai News unter Berufung auf regionale Lageangaben, 21./22. August 2026)

In Venetien meldeten die Feuerwehren zunächst 50 abgeschlossene Einsätze sowie weitere 70 offene Hilfeersuchen. Besonders betroffen waren die Provinzen Rovigo, Padua und Venedig. Im Alto Polesine ging es vor allem um umgestürzte Bäume und die Sicherung gefährdeter Bereiche. In der Provinz Venedig wurden Probleme am Lido di Venezia und in Chioggia gemeldet, während in Venedig selbst unter anderem überflutete Keller Einsatzkräfte beschäftigten.

Welche Schäden gibt es in der Emilia-Romagna

Die Emilia-Romagna wurde am Freitag von Gewittern mit starkem Wind getroffen. Ein aktuellerer Einsatzstand vom Samstag nennt mehr als 180 Feuerwehreinsätze in der Region. Am stärksten betroffen war die Provinz Forlì-Cesena mit rund 100 Einsätzen; weitere größere Einsatzserien gab es in Ravenna und Ferrara.

In Forlì, Modigliana, Castrocaro und Predappio beseitigten die Feuerwehren umgestürzte Bäume und beschädigte Strukturen. Für die Provinz Ravenna wurden Einsätze unter anderem in Faenza, Ravenna und Cervia gemeldet. In der Provinz Ferrara arbeiteten die Teams beispielsweise in Codigoro, Mesola und Jolanda di Savoia. Während der ersten Bilanz am Freitag waren bereits mehr als 150 Einsätze gezählt worden. Das Messnetz von ARPAE registrierte in Granarolo Faentino eine Windböe von 72 Kilometern pro Stunde. Der Flughafen von Forlì wurde aus Sicherheitsgründen für etwa eine Stunde geschlossen.

Die Schäden im Ferrarese betrafen außerdem die Gemeinden Tresignana und weitere Orte der Provinz. Starkregen und Wind sorgten für Überflutungen, Schäden an Fenstern und umgestürzte Bäume. Auf der Schnellstraße Ferrara-Mare wurden ebenfalls umgestürzte Bäume gemeldet.

Die Unwetterfront verursachte damit gleichzeitig alpine Erdrutsche, Hochwasser in engen Tälern und schwere Windschäden in der Po-Ebene.

Was gilt am 22. August und wo besteht weiter Unwettergefahr

Die Warnlage am Samstag muss von den Schadensgebieten der vergangenen 48 Stunden getrennt betrachtet werden. Für den 22. August gilt laut nationaler Übersicht eine gelbe Warnstufe in Teilen von Lombardei, Puglia, Basilicata, Campania und Molise. Die fünf Regionen mit aktueller Warnung sind deshalb nicht identisch mit den sechs Regionen, in denen die größten Schäden und Feuerwehreinsätze der vorangegangenen Unwetterfront dokumentiert wurden.

Für Norditalien wurden am Samstag am Morgen einzelne Niederschläge im östlichen Ligurien und in der Emilia-Romagna erwartet. Am Nachmittag konnten sich örtliche Schauer und Gewitter auch über der nordöstlichen Lombardei, dem zentralen und nördlichen Venetien sowie Friaul-Julisch Venetien entwickeln. Am Abend sollte sich die Lage weitgehend beruhigen, während in der nördlichen Lombardei und an den Südtiroler Bergen noch einzelne Schauer möglich blieben.

Im Zentrum wurden einzelne Schauer an der Küste des Latiums und in der nördlichen Toskana sowie nachmittägliche Gewitter über den Gebirgsregionen erwartet. Für den Süden prognostizierte der Wetterdienst örtliche Gewitter beziehungsweise Schauer unter anderem in Campania, Puglia, Basilicata, Molise und an der ionischen Seite Kalabriens. Das bedeutet nicht, dass dort Schäden in derselben Größenordnung wie zuvor in der Lombardei oder Toskana zu erwarten sind.

Die offiziellen nationalen Warnungen sind im Bollettino des italienischen Zivilschutzes abrufbar. Für Feuerwehreinsätze und bestätigte Rettungsmaßnahmen veröffentlicht das Corpo Nazionale dei Vigili del Fuoco laufend Lageinformationen.

Was müssen Reisende aus der Schweiz jetzt wissen

Die Unwetter betreffen nicht ganz Italien und auch innerhalb der betroffenen Regionen nicht jede Gemeinde. Für Reisende aus der Schweiz sind vor allem die Lombardei und das Piemont von Bedeutung, weil beide Regionen unmittelbar an wichtige alpine Reiseachsen anschließen. In Bergtälern können lokale Straßenschäden deutlich länger bestehen als die eigentliche Gewitterfront.

  1. Vor Fahrten in Berggebiete sollte der aktuelle Zustand der konkreten Zufahrtsstraße geprüft werden.
  2. Sperrungen wegen Rutschungen oder beschädigter Brücken können auch bei trockenem Wetter bestehen bleiben.
  3. Bei Unterkünften in Tälern sind kommunale Hinweise zu Bächen, Brücken und Provinzstraßen maßgeblich.
  4. Navigationsdienste können eine gerade erst eingerichtete Sperre verzögert anzeigen.
  5. Bei neuen Gewittern sollten Bachläufe, Unterführungen und steile Hänge gemieden werden.

In der Toskana betrifft dies besonders die Lunigiana und das Gebiet um Bagnone. In der Lombardei liegt der Schwerpunkt auf einzelnen alpinen und voralpinen Tälern, darunter die Val Brembana und Teile der Valle Camonica. Für klassische Reiseziele außerhalb der betroffenen Zonen lässt sich aus den regionalen Schadensmeldungen keine allgemeine Einschränkung für ganz Italien ableiten.

Was ist über Tote, Verletzte und Evakuierungen bekannt

Nach den bis Samstagnachmittag vorliegenden Berichten wurden im Zusammenhang mit der hier beschriebenen Unwetterfront keine Todesfälle bestätigt. Es gab jedoch zahlreiche Rettungseinsätze und Evakuierungen. In Bagnone rettete die Feuerwehr drei Menschen nach einer Rutschung, während in der Lombardei insgesamt rund 400 Menschen aufgrund von Hochwasser-, Rutschungs- und Einsturzgefahren ihre Aufenthaltsorte verlassen mussten.

Am Campingplatz von Isola di Fondra wurden rund 250 Feriengäste evakuiert. In der Valle Camonica wurden Bewohner vorsorglich aus einzelnen gefährdeten Bereichen gebracht. Die Zahlen können sich je nach Zeitpunkt der Behördenbilanz unterscheiden, da Evakuierungen aufgehoben oder erweitert werden können.

Warum führen solche Niederschläge so schnell zu Erdrutschen?

Bei intensiven Niederschlägen kann Wasser in Hänge eindringen und deren Stabilität vermindern. Gleichzeitig steigt der Oberflächenabfluss, Bäche schwellen an und transportieren Schlamm, Holz und Geröll. Besonders gefährdet sind steile Täler, in denen Straßen unmittelbar unter Hängen oder neben Wasserläufen verlaufen. Die Niederschlagsmengen der vergangenen Tage waren lokal außergewöhnlich hoch. In Bagnone wurden rund 260 Millimeter in weniger als drei Stunden gemeldet, in den Orobie-Alpen der Lombardei lagen die Mengen örtlich bei rund 250 Millimetern. Solche lokalen Spitzen erklären, weshalb schwere Schäden entstehen können, obwohl wenige Dutzend Kilometer entfernt deutlich weniger Probleme auftreten.

Was ist jetzt über die Unwetter in Italien bekannt

Am 22. August lässt sich die Lage klar trennen: Die größten dokumentierten Schäden der vergangenen Unwetterphase liegen in Lombardei, Toskana, Piemont, Ligurien, Venetien und Emilia-Romagna. Mehr als 1200 Feuerwehreinsätze wurden binnen 24 Stunden im Zentrum und Norden gezählt. Besonders schwer wiegen Erdrutsche und Verkehrsunterbrechungen in Bagnone sowie Evakuierungen und isolierte Orte in den Berggebieten der Lombardei.

Die aktuelle Warnlage betrifft am Samstag zusätzlich beziehungsweise teilweise andere Gebiete. Gelbe Warnungen gelten in Teilen von Lombardei, Puglia, Basilicata, Campania und Molise. Für einzelne Gebiete Norditaliens sind weitere Gewitter möglich, während gleichzeitig an beschädigten Straßen, Brücken und Hängen die Aufräum- und Sicherungsarbeiten weiterlaufen.

Welche Notrufnummern brauchen Schweizer Touristen in den betroffenen Regionen Italiens

Für Schweizer Reisende in den von Unwettern betroffenen Gebieten Italiens ist bei unmittelbarer Gefahr zuerst 112entscheidend. Der europäische Notruf ist kostenlos und verbindet mit der zuständigen Rettungsstelle; für wetterbedingte Notfälle kann außerdem die Feuerwehr unter 115, für medizinische Notfälle 118 angerufen werden. Diese Nummern gelten landesweit und damit auch in der Lombardei, Toskana, im Piemont, in Ligurien, Venetien und der Emilia-Romagna.

Notrufnummern für Schweizer Reisende

SituationTelefonnummerWann anrufen
Europäischer Notruf112Akute Gefahr, eingeschlossene Personen, Unfall, unklare Notlage
Vigili del Fuoco115Erdrutsch, Überschwemmung, umgestürzte Bäume, Gebäudeschäden
Medizinischer Notfall118Verletzte, akute Erkrankung, Berg- und Höhlenrettung
Polizia di Stato113Polizei, Unfälle, Sicherheitsprobleme
Verkehrsinformation1518Informationen zur Verkehrslage
Seenotrettung1530Notfall auf See
ACI-Pannenhilfe803 116Panne oder Fahrzeugproblem

Die italienische Tourismusbehörde führt diese Nummern ausdrücklich als landesweite Notfall- und Hilfskontakte auf. Bei einem Erdrutsch, einer plötzlich überfluteten Straße oder einer Evakuierung sollte nicht zunächst eine Gemeindeverwaltung gesucht werden: 112 beziehungsweise 115 sind die richtigen Kontakte für eine akute Notlage.

Welche Nummern gelten in Bagnone und der Toskana

In Bagnone, einem der Schwerpunkte der Erdrutsche in der Provinz Massa-Carrara, gelten ebenfalls 112 und 115 für akute Notfälle. Die Gemeindeverwaltung von Bagnone ist unter +39 0187 427810 erreichbar. Dabei handelt es sich ausdrücklich um die Telefonnummer des Comune und nicht um eine rund um die Uhr besetzte Rettungsnummer. Für Florenz und andere betroffene Orte der Toskana bleibt bei unmittelbarer Gefahr ebenfalls die Kombination 112/115 maßgeblich. Schweizer Touristen sollten lokale Verwaltungsnummern nicht mit Notrufnummern verwechseln.

Welche Nummern gelten in Bergamo und der Lombardei

Für Bergamo, die Val Brembana und andere betroffene Gebiete der Lombardei gelten 112 für den allgemeinen Notruf und 115 für Feuerwehr- und Unwettereinsätze. Das Comune di Bergamo nennt zusätzlich 800 266 155 als allgemeine Telefonnummer der Stadtverwaltung. Das betrifft auch Reisende in Isola di Fondra, Valleve, Carona, Foppolo und Branzi. Gerade dort können Rutschungen oder Hochwasser einzelne Straßen blockieren. Wer eingeschlossen ist, eine neue Rutschung beobachtet oder wegen steigenden Wassers unmittelbar gefährdet ist, sollte 112 oder 115 wählen.

Welche lokalen Kontakte gibt es in Genua

Genua verfügt zusätzlich zu den italienischen Notrufnummern über einen kommunalen Zivilschutzkontakt. Die Protezione Civile der Stadt nennt 800 177 797 als kostenlose Informationsnummer, die bei orangefarbener oder roter Warnstufe sowie bei bedeutenden Notlagen aktiviert wird. Die Einsatzzentrale des kommunalen Zivilschutzes ist unter 010 5577868, die Polizia Locale unter 010 5570 angegeben.

Diese Kontakte eignen sich vor allem für lokale Informationen. Besteht unmittelbare Lebensgefahr, bleibt 112 die erste Nummer.

Welche Nummer gilt in Forlì und der Emilia-Romagna

Auch in Forlì und anderen betroffenen Orten der Emilia-Romagna gilt 112 als allgemeiner Notruf. Der kommunale Katastrophenschutzplan von Forlì führt außerdem 118 für medizinische Notfälle auf. Für nicht lebensbedrohliche medizinische Probleme außerhalb regulärer Zeiten nennt der Plan 0543 731601 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst.

Für Ferrara und andere von Sturm- und Überflutungsschäden betroffene Gemeinden gilt dasselbe Grundprinzip: 112 bei unmittelbarer Gefahr, 115 bei wetterbedingten Feuerwehrlagen und 118 bei medizinischen Notfällen.

Welche Hilfe bekommen Schweizer Staatsangehörige

Schweizer Reisende haben zusätzlich einen eigenen konsularischen Kontakt. Die Helpline EDA/DFAE ist 365 Tage im Jahr rund um die Uhr unter +41 58 465 33 33 erreichbar. Das EDA nennt außerdem +41 800 24 73 65. Das Schweizer Generalkonsulat in Mailand ist unter +39 02 77 79 161 erreichbar. Es ist insbesondere für Schweizer Reisende in Norditalien relevant. Die Schweizer Botschaft beziehungsweise die konsularischen Dienste in Rom sind unter +39 06 809 571 erreichbar; die Toskana gehört zum Konsularbezirk der Vertretung in Rom.

Für einen akuten Erdrutsch oder eine Überschwemmung ersetzt die Schweizer Vertretung allerdings nicht die italienischen Rettungsdienste. Die Reihenfolge ist dann: zuerst 112 beziehungsweise 115, anschließend bei Bedarf die Helpline des EDA.

Kompakter Notfallblock für Schweizer Touristen

Akute Gefahr in Italien: 112
Feuerwehr / Unwetter / Erdrutsch: 115
Medizinischer Notfall: 118
Polizei: 113
Verkehrsinformationen: 1518
Seenotrettung: 1530
ACI-Pannenhilfe: 803 116
EDA-Helpline aus Italien: +41 58 465 33 33
EDA-Helpline: +41 800 24 73 65
Schweizer Generalkonsulat Mailand: +39 02 77 79 161
Schweizer Botschaft/Konsulat Rom: +39 06 809 571
Bagnone, Gemeindeverwaltung: +39 0187 427810
Bergamo, Gemeindeverwaltung: 800 266 155
Genua, Protezione Civile bei aktivierter Warn-/Notlage: 800 177 797

Die offiziellen italienischen Notrufnummern sind auf Italia.it dokumentiert. Konsularische Kontakte und die 24-Stunden-Helpline für Schweizer Staatsangehörige veröffentlicht das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten.

Verwendete Materialien: Dipartimento della Protezione Civile, Corpo Nazionale dei Vigili del Fuoco, Rai News, ARPA Lombardia, ARPAE Emilia-Romagna, 20 Minuten, watson, blue News

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