Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj könnte erstmals seit mehr als fünf Jahren wieder direkt mit Russlands Präsident Wladimir Putin sprechen. Nach Informationen von nume.ch unter Berufung auf den US-Sender Fox News laufen derzeit intensive diplomatische Vorbereitungen für ein mögliches Telefonat zwischen den beiden Kriegsgegnern. Auslöser ist ein hochrangiges Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Selenskyj, das am Sonntag in Trumps Privatresidenz Mar-a-Lago in Florida stattfand. Laut einer mit den Gesprächen vertrauten Quelle soll dieses Treffen den Weg für einen direkten Kontakt zwischen Kiew und Moskau geebnet haben.
Fox News zitiert einen Insider mit den Worten:
«Die Gespräche zwischen Präsident Trump und Präsident Selenskyj könnten den Weg für das erste Telefonat zwischen Selenskyj und Putin seit über fünf Jahren ebnen.»
In Washington wird ein solches Gespräch als möglicher Durchbruch in den stockenden Friedensbemühungen gewertet. Sollte Putin tatsächlich zustimmen, wäre dies laut US-Kreisen ein «diplomatischer Sieg» für Donald Trump, der sich zunehmend als zentraler Vermittler im Ukraine-Krieg positioniert.
Ein 20-Punkte-Friedensplan auf dem Tisch
Im Zentrum der Gespräche in Florida stand demnach ein von den USA unterstützter 20-Punkte-Friedensplan, der in den vergangenen Wochen zwischen Washington, Kiew und europäischen Partnern ausgearbeitet wurde. Der Entwurf sieht schmerzhafte Kompromisse für beide Seiten vor und soll Moskau wie auch Kiew zu direkten Verhandlungen bewegen.
Insbesondere eine direkte Gesprächslinie zwischen Selenskyj und Putin gilt als entscheidend, um die festgefahrene militärische Lage politisch aufzulösen. Diplomaten in Genf und Wien sehen darin einen möglichen Einstieg in formelle Friedensgespräche.
Warum der direkte Kontakt 2020 abbrach
Laut Fox News verweigert Putin seit Juli 2020 jeden direkten Kontakt mit Selenskyj. Damals kam es nach dem Skandal um die gescheiterte Festnahme russischer Wagner-Söldner zu einem massiven Vertrauensbruch zwischen Moskau und Kiew.
Ein Insider schildert:
«Putin war in Gesprächen stets reserviert und distanziert. Selenskyj bemühte sich um Dialog, doch Moskau zog sich zunehmend zurück.»
Die Beziehung zwischen den beiden Präsidenten sei bereits vor dem offenen Krieg von Misstrauen und persönlicher Spannung geprägt gewesen. Versuche zur Wiederaufnahme des Dialogs im Spätsommer 2024 scheiterten endgültig, als ukrainische Truppen in die russische Region Kursk vorstiessen.
Trumps neue Vermittlerrolle
Donald Trump erklärte vor seinem Treffen mit Selenskyj, er habe zuvor ein «gutes und produktives Gespräch» mit Wladimir Putin geführt. Eine weitere Gesprächsrunde mit dem ukrainischen Präsidenten wurde für diese Woche angekündigt.
Aus US-Regierungskreisen heisst es, Trump habe ein eigenes Verhandlungsteam eingesetzt, darunter Aussenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth, Sondergesandter Steve Witkoff, Jared Kushner sowie General Jack Keane. Ziel sei es, in den kommenden Wochen konkrete Gespräche mit Russland aufzunehmen.
Trump erklärte zudem, Russland dränge auf zusätzliche Gebietsgewinne, weshalb ein Abkommen rasch nötig sei. Auch die Zukunft des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja sei intensiv diskutiert worden.
Ob es zu einem trilateralen Gespräch zwischen Trump, Selenskyj und Putin kommt, bleibt offen. Diplomaten in Bern und Brüssel sehen jedoch erstmals seit Jahren wieder eine reale Chance auf Bewegung in dem festgefahrenen Konflikt.
Bleiben Sie informiert – Relevantes. Jeden Tag. Lesen Sie, worum es heute wirklich geht: EU könnte Russland auf graue Liste der Geldwäschestaatensetzen – Financial Times








