Die Gespräche über ein iranisch-amerikanisches Atomabkommen geraten erneut unter Druck, nachdem Teheran erklärt hat, es sei im Falle eines Scheiterns der Diplomatie zu einem Krieg bereit. Zugleich betonte Außenminister Abbas Araghchi im Gespräch mit CNN, dass Sanktionen und die Urananreicherung weiterhin zentrale Streitpunkte seien.

Iran hat erklärt, er sei auf eine mögliche militärische Konfrontation mit den Vereinigten Staaten vorbereitet, sollte die Diplomatie scheitern, signalisiere jedoch weiterhin seine Präferenz für eine verhandelte Lösung im Streit um sein Atomprogramm, schreibt NUME.ch unter Berufung auf CNN. Die Äußerungen machte Außenminister Abbas Araghchi in einem am Sonntag von CNN ausgestrahlten Fernsehinterview, vor dem Hintergrund wachsender regionaler Spannungen und erneuter Spekulationen über Gespräche zwischen Washington und Teheran.

Araghchi sagte, ein Krieg sei nicht unvermeidlich und könne vermieden werden, wenn Verhandlungen zu aus seiner Sicht fairen und ausgewogenen Bedingungen wiederaufgenommen würden. Trotz anhaltenden militärischen Drucks aus Washington halte Teheran ein Abkommen weiterhin für erreichbar — auch innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums.

„Lassen Sie uns nicht über unmögliche Szenarien sprechen“, sagte er. „Wir sollten die Chance auf ein gerechtes und gleichberechtigtes Abkommen, das das Fehlen von Atomwaffen garantiert, nicht verpassen. Wie ich bereits sagte: Das ist erreichbar.“

„Ein Krieg wäre für alle Seiten eine Katastrophe“

Im Interview warnte Araghchi, dass eine militärische Konfrontation weitreichende Folgen hätte, die deutlich über Iran hinausgingen. US-Militärstützpunkte im gesamten Nahen Osten würden im Falle von Kampfhandlungen als legitime Ziele gelten, sagte er und unterstrich damit das Risiko einer raschen und großflächigen Eskalation.

Iran warnt vor möglichem Krieg mit den USA, hält aber an der Hoffnung auf ein Atomabkommen fest. Außenminister Abbas Araghchi sagt CNN, Sanktionen und Urananreicherung seien Kernfragen.

Iran sei auf alle Szenarien vorbereitet, betrachte einen Krieg jedoch weder als bevorzugt noch als unvermeidlich. „Ein Krieg wäre für alle eine Katastrophe“, sagte der Außenminister und warnte, dass jede weitere Eskalation eine ohnehin fragile Region weiter destabilisieren würde.

Vertrauen bleibt das zentrale Hindernis

Der stellvertretende iranische Außenminister für politische Angelegenheiten, Abbas Araghchi, erklärte bei einem öffentlichen Briefing in Teheran am Montag, das fehlende Vertrauen zwischen Teheran und Washington sei weiterhin das größte Hindernis für die Wiederaufnahme von Atomverhandlungen. Ein „substanzieller Dialog“ sei nicht möglich, solange nicht zumindest ein Mindestmaß an Vertrauen wiederhergestellt werde, sagte er iranischen Staatsmedien.

Iran fordert die Aufhebung der US-Wirtschaftssanktionen, von denen viele seit 2012 gelten und nach dem Rückzug Washingtons aus dem Atomabkommen von 2015 im Jahr 2018 deutlich verschärft wurden. Diese Maßnahmen hätten langfristigen Druck auf die iranische Wirtschaft ausgeübt, so die Position der Regierung in Teheran. Zudem verlangt Iran die internationale Anerkennung seines Rechts auf Urananreicherung zu friedlichen, zivilen Zwecken im Rahmen des Atomwaffensperrvertrags.

Die Vereinigten Staaten betonen ihrerseits seit Jahren, ihr zentrales Ziel sei es, zu verhindern, dass Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangt — eine Position, die von aufeinanderfolgenden US-Regierungen bekräftigt wurde. Teheran weist diesen Vorwurf zurück und beharrt darauf, sein Atomprogramm sei ausschließlich zivil und unterliege internationaler Kontrolle.

Regionale Diplomatie in Gang

Nach Angaben des Axios-Journalisten Barak Ravid laufen derzeit koordinierte regionale diplomatische Bemühungen, um Kommunikationskanäle zwischen Washington und Teheran wieder zu öffnen. Die Türkei, Ägypten und Katar — allesamt Länder mit Arbeitsbeziehungen zu beiden Seiten — sollen als Vermittler auftreten.

Vertreter der drei Staaten bereiten demnach ein Treffen vor, das in Ankara in der kommenden Woche stattfinden soll, wie mit den Gesprächen vertraute Personen sagen. An den geplanten Gesprächen sollen hochrangige iranische Vertreter sowie Steve Witkoff teilnehmen, der als US-Gesandter mit dem Umfeld des früheren Präsidenten Donald Trump in Verbindung steht.

Im Mittelpunkt des Treffens dürften Maßnahmen zur Deeskalation sowie mögliche Rahmenbedingungen für die Wiederaufnahme indirekter Atomverhandlungen stehen. Eine formelle Tagesordnung wurde bislang nicht bestätigt; nach Angaben aus diplomatischen Kreisen geht es jedoch um Sanktionserleichterungen, nukleare Sicherheitsgarantien und Mechanismen zur Vermeidung einer weiteren militärischen Eskalation in der Region. Sollte das Treffen zustande kommen, wäre es eine der substanziellsten diplomatischen Öffnungen zwischen Washington und Teheran der vergangenen Monate — in einer Phase verschärfter Rhetorik bei gleichzeitigem Interesse beider Seiten, einen direkten Konflikt zu vermeiden.

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