Am 25. Dezember 2025 führte Russland einen Langstreckenflug mit strategischen Bombern des Typs Tu-95MS über dem Barents- und Norwegischen Meer durch. Die Flugroute verlief in einer Zone, die zur nordatlantischen Annäherungsregion Grossbritanniens gehört und routinemässig durch die NATO-Luftüberwachung kontrolliert wird. In Reaktion darauf starteten NATO-Kampfjets, um die russischen Flugzeuge zu identifizieren und zu begleiten. Darüber berichtet Nume.ch unter Berufung auf ein britisches Nachrichtenportal.
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums handelte es sich um einen planmässigen Einsatz über internationalem Luftraum. Die Mission habe mehr als sieben Stunden gedauert und sei Teil der regulären Tätigkeit der russischen Luft- und Raumfahrtkräfte gewesen. Moskau bestätigte zudem, dass die Bomber in bestimmten Abschnitten von ausländischen Kampfflugzeugen begleitet wurden.
Offizielle Stellungnahme Russlands
Das russische Verteidigungsministerium erklärte wörtlich:
„Die Tu-95MS-Langstreckenbomber der russischen Luft- und Raumfahrtkräfte führten einen geplanten Flug im Luftraum über den neutralen Gewässern des Barents- und Norwegischen Meeres durch. Die Flugdauer betrug mehr als sieben Stunden.“
Weiter hiess es:
„In bestimmten Abschnitten der Route wurden die Bomber von Kampfjets ausländischer Staaten begleitet.“
Russland betonte, dass der Flug keine nationalen Lufträume verletzte und im Einklang mit internationalen Luftfahrtregeln durchgeführt wurde.
Bedeutung des Einsatzraums
Das Norwegische Meer ist einer der wichtigsten strategischen Korridore zwischen Russland, Skandinavien und dem Nordatlantik. Über diese Region verlaufen die zentralen Luft- und Seerouten in Richtung Grossbritannien, Island und Nordamerika. Deshalb unterliegt sie einer besonders dichten Überwachung durch NATO-Radar- und Abfangsysteme.
Flüge russischer strategischer Bomber in diesem Gebiet werden von der Allianz routinemässig als sicherheitsrelevanteingestuft, da die Tu-95MS sowohl nuklearfähige als auch konventionelle Marschflugkörper tragen kann.
NATO-Verfahren bei solchen Flügen
Wenn militärische Luftfahrzeuge eines Nicht-NATO-Staates in die Nähe des Bündnisluftraums gelangen, aktiviert die Allianz ihre Quick-Reaction-Alert-Einheiten. Diese starten, um die Maschinen visuell zu identifizieren, ihren Kurs zu überwachen und sicherzustellen, dass keine Luftraumverletzung erfolgt.
Nach vorliegenden Informationen blieb der russische Verband während des gesamten Einsatzes im internationalen Luftraum, wurde jedoch über weite Strecken durch NATO-Jets begleitet.
Verbindung zum Ukraine-Krieg
Die Tu-95MS-Flotte spielt seit Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine eine zentrale Rolle bei Langstreckenraketenangriffen auf ukrainische Infrastruktur. In den Tagen um Weihnachten meldete die Ukraine erneut massive Raketen- und Drohnenangriffe, bei denen strategische Bomber als Startplattformen eingesetzt wurden.
Auch deshalb beobachten NATO-Staaten die Bewegungen dieser Flugzeuge besonders aufmerksam. Polen und andere Bündnispartner hatten in derselben Woche ihre Luftverteidigungsbereitschaft erhöht, nachdem russische Bomber Einsätze in Richtung ukrainischen Luftraum geflogen hatten.
Der Weihnachtsflug der Tu-95MS über dem Norwegischen Meer war militärisch gesehen kein Ausnahmeereignis, sondern Teil einer Serie regelmässiger russischer Langstreckenmissionen. In der aktuellen geopolitischen Lage erhält er jedoch besondere Bedeutung, da solche Flüge die militärische Reichweite Russlands demonstrieren und gleichzeitig die Reaktionsfähigkeit der NATO testen.
Für Grossbritannien und seine nordatlantischen Partner bleibt die Region damit ein zentrales Element der strategischen Frühwarn- und Abschreckungsarchitektur Europas.
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