Wintersperre 2026 auf den Schweizer Alpenpässen: Seit dieser Woche sind die wichtigsten Passstrassen gesperrt, die Tunnels bleiben offen. Am Donnerstag, 5. November 2026, um 8 Uhr hat das Bundesamt für Strassen ASTRA die Gotthard-Passstrasse zwischen Hospental und Airolo in die Wintersperre geschickt, am selben Abend um 18 Uhr folgte der Nufenen, am Freitag um 16 Uhr der Grimsel. Furka und Susten sind bereits seit dem 28. Oktober zu, der Grosse Sankt Bernhard seit dem 19. Oktober, der San Bernardino und der Sanetsch seit Ende Oktober. Neu ist auch der Klausenpass zwischen Uri und Glarus bis auf weiteres gesperrt, die nächste Beurteilung erfolgt am Montag, 9. November. Offen, aber schneebedeckt und teilweise vereist sind Oberalp und Albula. Die grossen Strassentunnels am Gotthard, am San Bernardino und am Grossen Sankt Bernhard bleiben dagegen befahrbar, ebenso die Autoverlade an Furka und Lötschberg. Welche Verbindung jetzt noch funktioniert und was Autofahrer beachten müssen, berichtet die Redaktion von nume.ch.
Für die meisten Reisenden ändert die Wintersperre wenig, solange sie auf den Autobahnen bleiben. Die A2 durch den Gotthard-Strassentunnel und die A13 durch den San-Bernardino-Tunnel sind die ganzjährigen Nord-Süd-Achsen. Wer bisher an Stautagen über den Gotthardpass ausgewichen ist, hat diese Option jedoch bis zum Frühling verloren. 2026 öffnete der Pass am 8. Mai, ein Jahr zuvor erst am 16. Mai. Die Wintersperre bleibt auf vielen Pässen normalerweise bis Anfang Juni in Kraft, wie blue News festhält. Bei den West-Ost-Verbindungen im Berner Oberland, Wallis und in der Zentralschweiz bleiben im Winter vor allem die Autoverlade: Furka zwischen Realp und Oberwald in knapp 20 Minuten, Lötschberg zwischen Kandersteg und Goppenstein in rund 15 Minuten. Ganzjährig offen sind Julier, Bernina, Maloja, Lukmanier, Ofen, Simplon und Brünig, allerdings nur mit Winterausrüstung und mit möglichen kurzfristigen Sperrungen bei Schneefall oder Lawinengefahr. In Italien gilt ab dem 15. November auf vielen Strecken eine Pflicht für Winterreifen oder Schneeketten. Wer über die Alpen fährt, prüft den Strassenzustand darum vor jeder Fahrt bei TCS, alpen-paesse.ch oder den Kantonen. Ganz ohne Kosten geht es im Winter oft nicht: Der Vereina-Autoverlad kostet ab 1. Dezember 41 Franken pro Personenwagen, der Tunnel am Grossen Sankt Bernhard 32 Franken für die einfache Fahrt. Ob eine Strasse offen bleibt, hängt zudem von der Lawinengefahr ab, die das SLF in Davos im Winter täglich im Lawinenbulletin einschätzt. Wer mit der Bahn fährt, ist von der Wintersperre kaum betroffen, die Basistunnel am Gotthard und Lötschberg sowie die Rhätische Bahn über den Bernina verkehren das ganze Jahr.
Welche Pässe gesperrt sind und welche offen bleiben
Die Übersicht basiert auf den Meldungen des Pässeportals alpen-paesse.ch und der Kantone mit Stand Samstag, 7. November 2026. Die Lage kann sich bei Schneefall innerhalb weniger Stunden ändern. Besonders bei Pässen, die laut Status offen, aber schneebedeckt sind, ist eine Sperrung jederzeit möglich.
Diese Pässe sind gesperrt
| Pass | Status | Seit | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Gotthardpass | Wintersperre | 5. November, 8 Uhr | Hospental–Airolo, Tunnel A2 offen |
| Nufenenpass | Wintersperre | 5. November, 18 Uhr | Ulrichen–Airolo |
| Grimselpass | Wintersperre | 6. November, 16 Uhr | offen bis Kraftwerk Handegg |
| Klausenpass | bis auf weiteres gesperrt | 6. November | Beurteilung am 9. November, 10 Uhr |
| Furkapass | Wintersperre | 28. Oktober, 10 Uhr | Autoverlad Realp–Oberwald |
| Sustenpass | Wintersperre | 28. Oktober, 10 Uhr | offen bis Obermaad BE und Gorezmettlen UR |
| San-Bernardino-Pass | Wintersperre | Ende Oktober | Tunnel A13 offen |
| Sanetschpass | gesperrt | Anfang November | Verbindung Sitten–Gstaad |
| Grosser Sankt Bernhard | Wintersperre | 19. Oktober, 8 Uhr | Strassentunnel offen |
| Grosse Scheidegg | Wintersperre | 19. Oktober | Öffnung voraussichtlich 15. Mai 2027 |
Diese Pässe sind offen
| Pass | Status | Saisonale Sperre |
|---|---|---|
| Oberalppass | offen, schneebedeckt, Eisglätte | Oktober bis Mai möglich |
| Albulapass | offen, schneebedeckt, Eisglätte | Oktober bis Mai möglich |
| Flüelapass | offen | Januar bis Mai möglich |
| Splügenpass | offen | Oktober bis Mai möglich |
| Umbrailpass | offen | Oktober bis Mai möglich |
| Forcola di Livigno | offen | Oktober bis Mai möglich |
| Pragelpass | offen mit Baustelle | Sperrung Stalden–Bützi ab 9. bis voraussichtlich 20. November |
| Julier, Bernina, Maloja, Lukmanier, Ofen, Simplon, Brünig, Ibergeregg | offen | ganzjährig offen |
Gotthardpass: Was die Wintersperre bedeutet
Der Gotthardpass ist der bekannteste der gesperrten Pässe und für den Verkehr zwischen Uri und dem Tessin die wichtigste Ausweichroute zum Tunnel. Mit der Wintersperre ist die Strecke zwischen Hospental und Airolo für alle Fahrzeuge geschlossen. Bereits seit Montag, 2. November, ist der Wander- und Veloweg durch die Schöllenen nicht mehr passierbar. Die Baudirektion Uri empfiehlt, vor jeder Passfahrt den aktuellen Strassenzustand auf der Website des Kantons zu prüfen. Damit sind laut Kanton drei der fünf Urner Alpenpässe geschlossen: Gotthard, Susten und Furka. Oberalp und Klausen galten zu diesem Zeitpunkt noch als normal befahrbar, der Klausen musste inzwischen aber ebenfalls gesperrt werden.
Der Tunnel bleibt die einzige Route
Für den Verkehr zwischen Göschenen und Airolo bleibt bis zum Frühling nur der Gotthard-Strassentunnel auf der A2. Er ist mit 16,9 Kilometern der längste Strassentunnel der Schweiz und wird im Gegenverkehr betrieben. Die Herbstrevision mit Nachtsperren ist abgeschlossen, bestehen bleibt die wöchentliche Sperre in der Nacht auf Donnerstag von 23 bis 1 Uhr für Sondertransporte. Bei einem Unfall im Tunnel gibt es im Winter keine Umfahrung über den Pass mehr. Dann bleibt nur die grosse Schlaufe über die A13 und den San Bernardino. Bei Wartezeiten von mehr als einer Stunde vor dem Gotthard lohnt sich diese Route laut TCS für Reisende aus der Ostschweiz und dem Raum Zürich. Aktuelle Staumeldungen und Faustregeln zur Wartezeit stehen in unserem Beitrag zum Gotthard-Stau mit Wartezeiten und Sperrungen.
Wann der Gotthardpass wieder öffnet
- 2026: Öffnung am Freitag, 8. Mai, um 11 Uhr, früher als geplant dank geringer Schneemengen.
- 2025: Öffnung am 16. Mai.
- Typische Wintersperre: von Anfang oder Mitte November bis Mitte Mai, je nach Schnee und Lawinenlage.
- Tremola: Die historische Kopfsteinpflasterstrasse auf der Tessiner Seite ist ebenfalls im Winterschlaf.
- Mit der Passöffnung gelten jeweils wieder die Urner Massnahmen gegen Ausweichverkehr an den A2-Einfahrten Göschenen und Wassen.

Grimsel, Nufenen, Furka und Susten: Das Wallis ist abgeschnitten
Für den Verkehr ins Oberwallis sind die Folgen der Wintersperre am grössten. Mit Grimsel, Furka und Nufenen sind alle drei Strassen über die Pässe am Ostende des Wallis geschlossen. Wer aus der Zentralschweiz, dem Berner Oberland oder dem Tessin ins Goms will, ist jetzt auf Autoverlad, Bahn oder grosse Umwege angewiesen. Der Grimsel war bereits seit dem 27. Oktober jeweils nachts von 18 bis 8 Uhr gesperrt, seit Freitag, 6. November, 16 Uhr gilt die Wintersperre. Von Innertkirchen her bleibt die Strasse bis zum Kraftwerk Handegg offen.
Furka und Susten seit Ende Oktober zu
Furka und Susten sind seit Mittwoch, 28. Oktober, 10 Uhr in der Wintersperre. Am Susten ist die Strasse auf der Berner Seite noch bis Obermaad befahrbar, auf der Urner Seite bis Gorezmettlen. Wer Ausflüge ins Gadmertal oder ins Meiental plant, kommt damit noch ein Stück weit, aber nicht über die Passhöhe. An der Furka übernimmt der Autoverlad der Matterhorn Gotthard Bahn den Verkehr, er fährt ganzjährig zwischen Realp im Kanton Uri und Oberwald im Wallis.
Nufenen und Grosser Sankt Bernhard
Der Nufenen, mit 2478 Metern der höchste Strassenpass vollständig auf Schweizer Boden, ist seit Donnerstag, 5. November, 18 Uhr gesperrt. Ab dann war die Verbindung zwischen Ulrichen im Goms und Airolo im Bedrettotal ebenfalls nur noch über den Furka-Autoverlad und den Gotthardtunnel möglich. Im Unterwallis gilt am Grossen Sankt Bernhard seit dem 19. Oktober, 8 Uhr die Wintersperre. Der gebührenpflichtige Strassentunnel zwischen Bourg-Saint-Pierre und dem Aostatal bleibt aber offen und ist die wichtigste Winterverbindung vom Wallis nach Italien neben dem Simplon. Zum Hospiz gelangt man, solange es das Wetter zulässt, auf Schneeschuhen oder Skiern.
Autoverlad als Alternative: Furka, Lötschberg und Vereina
Im Winter übernehmen die Bahnen einen Teil der Passverbindungen. Für Personenwagen gibt es drei wichtige Autoverlade in den Alpen, die das ganze Jahr verkehren. Eine Zeitreservation ist meist nicht nötig, an Wochenenden mit Skiverkehr kann es aber Wartezeiten geben.
Strecken, Fahrzeiten und Preise
| Autoverlad | Strecke | Fahrzeit | Preis Personenwagen |
|---|---|---|---|
| Furka | Realp UR – Oberwald VS | knapp 20 Minuten | Einzelfahrt ab 33 Franken |
| Lötschberg | Kandersteg BE – Goppenstein VS | rund 15 Minuten | 28 Franken Montag bis Donnerstag, 31 Franken Freitag bis Sonntag, online günstiger |
| Lötschberg–Simplon | Kandersteg – Iselle (Italien) | – | Winterpause bis 25. März 2027 |
| Vereina | Klosters Selfranga – Sagliains | rund 20 Minuten | 36 Franken, ab 1. Dezember 41 Franken |
Welche Route für welches Ziel
- Zentralschweiz ins Goms und nach Brig: über Andermatt nach Realp, Furka-Autoverlad nach Oberwald.
- Bern und Berner Oberland ins Wallis: Lötschberg-Autoverlad Kandersteg–Goppenstein statt Grimsel.
- Uri ins Tessin: nur noch durch den Gotthard-Strassentunnel auf der A2.
- Ostschweiz ins Tessin: A13 durch den San-Bernardino-Tunnel, die Passstrasse ist zu.
- Unterland ins Engadin: Vereina-Autoverlad oder über den ganzjährig offenen Julier.
- Wallis nach Italien: Simplonpass oder Tunnel am Grossen Sankt Bernhard.
- Uri nach Glarus: Klausen bis mindestens 9. November gesperrt, Umweg über Schwyz und den Walensee.
«Damit sind mit dem Gotthard-, Susten- und Furkapass drei der fünf Urner Alpenpässe geschlossen.»
(Baudirektion Kanton Uri, Medienmitteilung zur Wintersperre am Gotthardpass, ur.ch)
Graubünden, Glarus und die Ostschweiz
Im Osten des Landes sind die meisten Verbindungen noch offen, allerdings unter winterlichen Bedingungen. Der San-Bernardino-Pass ist zwar seit Ende Oktober zu, der Tunnel der A13 zwischen Hinterrhein und San Bernardino bleibt aber die wichtigste Strassenverbindung von Chur nach Bellinzona. Mehr zur Lage in der Mesolcina steht in unserem Beitrag zum San-Bernardino-Tunnel mit Staus und Sperrungen.
Oberalp und Albula schneebedeckt
Oberalp zwischen Andermatt und Disentis sowie Albula zwischen Bergün und La Punt sind offen, laut alpen-paesse.ch aber schneebedeckt und mit Eisglätte. Beide haben üblicherweise eine Wintersperre von Oktober bis Mai, der Zeitpunkt hängt vom Schnee ab. Wer diese Pässe noch nutzt, braucht Winterreifen und sollte Schneeketten mitführen. Beim Oberalp gibt es im Winter mit dem Autoverlad keine Alternative, Reisende ins Surselva nehmen dann den Umweg über Chur. Der Flüela zwischen Davos und Susch ist offen, seine Wintersperre beginnt in der Regel erst im Januar, bei Bedarf hilft der Vereina-Autoverlad. Splügen, Umbrail und Forcola di Livigno sind ebenfalls noch offen.
Klausen gesperrt, Pragel mit Baustelle
Der Klausenpass zwischen Altdorf und Linthal ist seit Freitag, 6. November, bis auf weiteres gesperrt. Die nächste Beurteilung erfolgt am Montag, 9. November, um 10 Uhr. Ob der Pass nochmals öffnet oder direkt in die Wintersperre geht, entscheidet das Wetter. Der Pragelpass zwischen Muotathal und dem Klöntal ist offen, wegen einer Baustelle zwischen Stalden und Bützi aber ab Montag, 9. November, bis voraussichtlich 20. November gesperrt. Für den Weg von Uri ins Glarnerland bleibt damit vorerst nur die Route über Schwyz, Pfäffikon und den Walensee.
Wann die Wintersperre wieder endet
Wie lange die Wintersperre dauert, entscheiden Schneemengen, Lawinenlage und der Aufwand für die Räumung im Frühling. Feste Daten gibt es nur selten. Die Erfahrungen des laufenden Jahres zeigen aber, mit welchen Zeitfenstern Reisende rechnen können.
Öffnungen im Frühling 2026
| Pass | Öffnung 2026 | Bemerkung |
|---|---|---|
| Gotthardpass | 8. Mai, 11 Uhr | früher als geplant dank wenig Schnee, 2025 erst am 16. Mai |
| Sustenpass | Mitte Juni | Teilöffnung bis Sustenbrüggli bereits im Mai |
| Furkapass | Ende Mai oder Anfang Juni angestrebt | in Absprache zwischen Uri und Wallis |
| Grosse Scheidegg | Auffahrt, 14. Mai | für 2027 ist der 15. Mai vorgesehen |
Was bis dahin gilt
Bis zum Ende der Wintersperre sind die gesperrten Passstrassen für alle Fahrzeuge tabu. Viele Abschnitte werden im Winter nicht geräumt, Lawinenhänge werden nicht gesichert. Wer trotz Sperre auffährt, riskiert nicht nur eine Busse, sondern auch das eigene Leben und das der Rettungskräfte. Einige Pässe wie Grimsel, Susten oder Nufenen werden ab Ende April oder im Mai schrittweise geräumt, die Öffnung kündigen Kantone und ASTRA jeweils wenige Tage vorher an. Für Planungen im Frühling lohnt es sich, ab April regelmässig die Meldungen von alpen-paesse.ch und der Kantone zu prüfen.
Die wintersicheren Pässe im Überblick
Trotz Wintersperre 2026 bleiben in der Schweiz mehrere Passstrassen ganzjährig offen. Die meisten liegen in Graubünden und sind für den Verkehr ins Engadin, ins Puschlav und nach Italien unverzichtbar.
Höhen und Verbindungen
| Pass | Höhe | Verbindung |
|---|---|---|
| Berninapass | 2328 m | Engadin – Puschlav – Tirano |
| Julierpass | 2284 m | Oberhalbstein – Silvaplana |
| Ofenpass | 2149 m | Zernez – Val Müstair |
| Simplonpass | 2005 m | Brig – Domodossola |
| Lukmanierpass | 1915 m | Disentis – Bleniotal |
| Malojapass | 1815 m | Bergell – Oberengadin |
| Ibergeregg | 1406 m | Schwyz – Oberiberg |
| Brünigpass | 1008 m | Obwalden – Berner Oberland |
Was auf offenen Pässen gilt
Auf den wintersicheren Pässen ist Winterausrüstung Pflicht, Kettenobligatorien werden je nach Lage kurzfristig verhängt. Bei starkem Schneefall oder Lawinengefahr können auch Julier, Bernina oder Simplon für Stunden oder Tage gesperrt werden.
Wer ins Engadin fährt, sollte darum eine Ausweichroute kennen. Fällt der Julier aus, bleibt der Vereina-Autoverlad von Klosters nach Sagliains. Für Fahrten nach Italien über Bernina oder Simplon gilt zusätzlich die italienische Winterregel ab 15. November.
Lawinengefahr und Strassensperren
Ob eine Passstrasse offen bleibt, entscheidet im Winter oft nicht der Schnee auf der Fahrbahn, sondern die Lawinengefahr an den Hängen darüber. Die Kantone stützen sich dabei auf lokale Lawinendienste und auf das nationale Lawinenbulletin.
Das Lawinenbulletin des SLF
- Das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos veröffentlicht im Winter täglich das Lawinenbulletin.
- Die Hauptausgabe erscheint um 17 Uhr, bei Bedarf folgt am Morgen um 8 Uhr eine Aktualisierung.
- Die Gefahr wird in fünf Stufen angegeben: 1 gering, 2 mässig, 3 erheblich, 4 gross, 5 sehr gross.
- Das Bulletin ist kostenlos auf der Website des SLF und in der App White Risk abrufbar.
Wenn Strassen kurzfristig schliessen
Bei hoher Lawinengefahr sperren Kantone und Gemeinden auch Strassen in bewohnte Täler, die sonst ganzjährig offen sind. Dann können Dörfer für Stunden oder Tage nur noch per Bahn oder gar nicht erreichbar sein.
Für Ferienreisende in die Berge lohnt es sich deshalb, vor der Abfahrt nicht nur den Pass, sondern auch die Zufahrt zum Zielort zu prüfen. Gesperrte Strassen und Signale dürfen in keinem Fall umfahren werden, auch wenn die Strasse frei aussieht.
Mit der Bahn über und durch die Alpen
Wer ohne Auto unterwegs ist, ist von der Wintersperre 2026 kaum betroffen. Die grossen Bahnachsen durch die Alpen sind ganzjährig in Betrieb und ersetzen viele Passverbindungen.
Basistunnel am Gotthard und Lötschberg
Der Gotthard-Basistunnel ist mit 57 Kilometern der längste Eisenbahntunnel der Welt und verbindet Erstfeld mit Bodio. Der Lötschberg-Basistunnel führt von Frutigen nach Raron ins Wallis. Beide sind von der Witterung auf den Pässen unabhängig.
Ins Goms führt die Matterhorn Gotthard Bahn durch den Furka-Basistunnel zwischen Realp und Oberwald, auf derselben Strecke verkehrt auch der Autoverlad. Fahrplan und Störungen sind im SBB-Fahrplan ersichtlich.
Bernina Express und Postauto
Die Rhätische Bahn fährt über den Berninapass auch im Winter, ebenso über die Albulalinie nach St. Moritz. Für Ausflüge ins verschneite Puschlav ist der Zug oft die entspanntere Wahl als das Auto.
Die Postautolinien über die Hochalpenpässe wie Grimsel, Furka, Susten oder Nufenen verkehren dagegen nur im Sommer. Mit der Wintersperre ruhen auch sie bis zur Passöffnung im Frühling.
Was Tunnel und Autoverlad im Winter kosten
Mit der Wintersperre 2026 werden für viele Strecken Tunnel und Autoverlad zur Pflicht. Die Preise sind überschaubar, ändern sich aber teilweise mit dem Saisonwechsel am 1. Dezember.
Vereina: Wintertarif ab 1. Dezember
| Fahrzeug, einfache Fahrt | Sommer bis 30. November 2026 | Winter ab 1. Dezember 2026 |
|---|---|---|
| Personenwagen bis 3,5 t, max. 9 Plätze | 36 Franken | 41 Franken, online 39.50 Franken |
| Fahrzeuge 3,5 bis 5 t | 54 Franken | 86 Franken |
| Motorräder | 22 Franken | 23 Franken |
Der Zug braucht für die 19 Kilometer durch den Vereinatunnel rund 18 Minuten und fährt ab etwa 6.20 Uhr alle 30 Minuten. Im Winter gibt es späte Abfahrten bis 23.50 Uhr ab Klosters. Vielfahrer sparen mit einer Wertkarte bis zu 35 Prozent.
Tunnel am Grossen Sankt Bernhard
Der Strassentunnel unter dem Grossen Sankt Bernhard ist 5,8 Kilometer lang und seit 1964 in Betrieb. Das Nordportal liegt auf 1918 Metern über Meer. Für Personenwagen kostet die einfache Fahrt 32 Franken, hin und zurück innerhalb von 30 Tagen 51 Franken.
Die Tarife gelten seit 1. Februar 2026. Der Gotthard- und der San-Bernardino-Tunnel sind dagegen Teil des Nationalstrassennetzes und mit der Autobahnvignette befahrbar, die Vignette 2027 gilt ab 1. Dezember 2026.
Winterreifen, Ketten und Regeln für Fahrten über die Pässe
Mit den ersten Wintersperren beginnt auf den offenen Pässen die Zeit der Winterausrüstung. Die Schweiz kennt keine generelle Winterreifenpflicht, doch wer mit ungeeigneter Bereifung den Verkehr behindert, riskiert eine Busse, und bei einem Unfall kann die Versicherung Leistungen kürzen. Der TCS empfiehlt Reifen mit dem Schneeflockensymbol.
Die wichtigsten Regeln
- Schneeketten sind nur dort Pflicht, wo die Signalisation «Schneeketten obligatorisch» steht.
- Mit montierten Ketten gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.
- Italien: vom 15. November bis 15. April auf vielen Strecken Winterreifen oder mitgeführte Ketten obligatorisch.
- Österreich: situative Winterreifenpflicht vom 1. November bis 15. April bei winterlichen Verhältnissen.
- Fahrzeug vor der Abfahrt vollständig von Schnee und Eis befreien, auch das Dach.
- Gesperrte Pässe nicht befahren, auch wenn die Strasse frei aussieht: Es drohen Bussen und Lawinengefahr.
Vor der Abfahrt prüfen
Die Lage auf den Pässen ändert sich im November fast täglich. Verlässliche Quellen sind das Pässeportal alpen-paesse.ch, die Verkehrsinformationen des TCS und von Viasuisse sowie die Strasseninformationen der Kantone, etwa des Kantons Uri. Bei offenen Pässen lohnt der Blick auf die Hinweise zu Schneebedeckung und Eisglätte. Wer am Wochenende in die Berge fährt, plant Rückfahrten vor dem Eindunkeln. Seit der Zeitumstellung Ende Oktober wird es bereits gegen 17 Uhr dunkel, und vereiste Abschnitte sind dann schwerer zu erkennen. Für die Autoverlade gilt: Tickets online kaufen spart Zeit an der Kasse und am Lötschberg auch Geld.
Häufige Fragen zur Wintersperre der Pässe
Welche Pässe sind aktuell gesperrt
Stand 7. November 2026 sind Gotthard, Nufenen, Grimsel, Furka, Susten, San Bernardino, Sanetsch, Grosser Sankt Bernhard und Grosse Scheidegg in der Wintersperre. Der Klausen ist bis mindestens 9. November gesperrt.
Ist der Gotthardpass gesperrt
Ja. Seit Donnerstag, 5. November 2026, 8 Uhr gilt die Wintersperre zwischen Hospental und Airolo. Der Gotthard-Strassentunnel auf der A2 bleibt offen.
Wann öffnen die Pässe wieder
Je nach Schnee im Mai oder Juni. Der Gotthardpass öffnete 2026 am 8. Mai, die Grosse Scheidegg soll am 15. Mai 2027 öffnen. Viele Wintersperren dauern bis Anfang Juni.
Welche Pässe sind im Winter offen
Julier, Bernina, Maloja, Lukmanier, Ofen, Simplon, Brünig und Ibergeregg sind ganzjährig offen. Bei starkem Schneefall oder Lawinengefahr können auch sie kurzfristig gesperrt werden.
Was kostet der Autoverlad an der Furka
Die Einzelfahrt für einen Personenwagen zwischen Realp und Oberwald kostet ab 33 Franken. Eine Zeitreservation ist nicht möglich, die Fahrt dauert knapp 20 Minuten.
Wo finde ich das Lawinenbulletin
Auf der Website des SLF und in der App White Risk. Es erscheint im Winter täglich um 17 Uhr, bei Bedarf mit Aktualisierung um 8 Uhr.
Wie komme ich ohne Grimsel ins Wallis
Aus Bern und dem Berner Oberland mit dem Lötschberg-Autoverlad von Kandersteg nach Goppenstein, aus der Zentralschweiz mit dem Furka-Autoverlad von Realp nach Oberwald.
Mit der Wintersperre zwischen Uri, Wallis, Tessin und Graubünden verlagert sich der Verkehr bis zum Frühling auf Tunnels und Autoverlade. Wer sein Ziel kennt, kommt trotzdem gut durch: A2 und A13 für die Nord-Süd-Achse, Furka und Lötschberg ins Wallis, Vereina und Julier ins Engadin. Entscheidend sind Winterausrüstung, ein Blick auf die aktuelle Passlage und genügend Zeit für mögliche Wartezeiten an den Verladestationen.
Mehr Verkehrsinformationen finden sich in den News aus Zürich und der Schweiz. Lesen Sie auch: Gotthard-Stau: Wartezeiten und Sperrungen, San-Bernardino-Tunnel: Verkehrslage und Sperrungen, Autobahn-Sperrungen in der Schweiz, Genf am Wochenende vom 7. und 8. November und Grimseltunnel zwischen Bern und Wallis.
Verwendete Materialien: Bundesamt für Strassen ASTRA, Tunnel du Grand-Saint-Bernard, Pays du St-Bernard, WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Rhätische Bahn, SBB, Kanton Uri, alpen-paesse.ch, blue News, imTicker, Polizeinews, Berner Zeitung, Touring Club Schweiz, Matterhorn Gotthard Bahn, BLS, Streetlife








