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Die Bellerivestrasse Zürich wird ab dem 6. September 2026 wieder vollständig für den Autoverkehr geöffnet: Zwischen Kreuzstrasse und Ida-Bindschedler-Strasse stehen dann erneut je zwei Fahrspuren stadteinwärts und stadtauswärts zur Verfügung. Die umfangreiche Notsanierung der Werkleitungen kann rund vier Monate früher als ursprünglich vorgesehen abgeschlossen werden. Gleichzeitig steht fest, dass aus der bisherigen Spurreduktion keine dauerhafte Zwei-Spur-Lösung entsteht: Die Stadt Zürich verzichtet nach dem jüngsten kantonalen Entscheid auf den seit Jahren geplanten Verkehrsversuch, wie NUME.CH unter Berufung auf Angaben der Stadt Zürich berichtet.

Damit endet Anfang September eine Verkehrsführung, die seit August 2025 das Bild einer der wichtigsten Einfallsachsen am rechten Zürichseeufer geprägt hat. Wegen Arbeiten an Wasserleitungen und Abwasserkanälen war der Verkehr auf einem rund 1,6 Kilometer langen Abschnitt auf eine Spur pro Richtung reduziert worden. Die Stadt hatte diese Lösung ausdrücklich als baustellenbedingtes Provisorium eingerichtet. Nach Abschluss der Arbeiten wird die ursprüngliche vierspurige Verkehrsführung wiederhergestellt – und sie bleibt vorerst bestehen.

Wann wird die Bellerivestrasse Zürich wieder vierspurig

Die Umstellung ist für Sonntag, 6. September 2026, vorgesehen. Laut Projektplanung der Stadt wird an diesem Tag zwischen 7 und 14 Uhr die provisorische Verkehrsführung zwischen Kreuzstrasse und Ida-Bindschedler-Strasse zurückgebaut. Danach sollen wieder alle vier Fahrspuren zur Verfügung stehen.

Damit wird die ursprünglich deutlich länger erwartete Einschränkung vorzeitig beendet. Noch in früheren Projektständen war davon ausgegangen worden, dass die reduzierte Verkehrsführung bis Oktober beziehungsweise Teile der Bauarbeiten bis Ende 2026 dauern könnten. Der aktuelle Stand sieht nun eine Normalisierung bereits Anfang September vor. Für Autofahrer bedeutet dies konkret:

  • bis 6. September 2026: grundsätzlich eine Fahrspur pro Richtung;
  • am 6. September: Rückbau und Normalisierung der provisorischen Verkehrsführung;
  • ab 7. September: wieder zwei Fahrspuren stadteinwärts und zwei stadtauswärts;
  • auch die Bushaltestellen «Chinagarten» und «Elektrowatt» sollen von den Linien 912 und 916 ab dem 7. September wieder bedient werden.

Kleinere Restarbeiten verschwinden damit nicht vollständig aus dem Gebiet. In der Ida-Bindschedler-Strasse sind noch Belagsarbeiten auf einem kurzen Abschnitt vorgesehen. Die eigentliche Verkehrsachse Bellerivestrasse kann jedoch wieder vierspurig betrieben werden.

Warum musste die Bellerivestrasse überhaupt saniert werden

Auslöser für das Projekt waren nicht eine geplante Verkehrsberuhigung oder ein politischer Spurabbau, sondern Probleme mit der unterirdischen Infrastruktur. Auf einer Strecke von rund 1,6 Kilometern mussten Werkleitungen erneuert werden. Dazu gehören insbesondere Wasserleitungen und Abwasserkanäle. Vorausgegangen waren unter anderem Leitungsbrüche, die eine rasche Sanierung notwendig machten. Besonders anspruchsvoll war der Kanalbau im Abschnitt zwischen Kreuzstrasse und Feldeggstrasse. Wegen problematischer Bodenverhältnisse waren dort umfangreiche Tiefbauarbeiten nötig. Unter anderem kamen Spundwände zum Einsatz, was zeitweise mit erheblichem Baulärm und einzelnen Nacht- oder Wochenendarbeiten verbunden war.

Da sich die Leitungen direkt unter den Fahrspuren befinden, konnten die Arbeiten nicht durchgeführt werden, ohne Verkehrsflächen temporär zu sperren. Seit August 2025 wurde der motorisierte Verkehr deshalb grösstenteils über jeweils eine Spur in beide Richtungen geführt. Die Zufahrt zum Quartier Seefeld wurde während dieser Phase angepasst. Seeseitige Linksabbieger sowie verschiedene bergseitige Einmündungen waren eingeschränkt oder aufgehoben; die Erschliessung erfolgte unter anderem über Kreuzstrasse und Ida-Bindschedler-Strasse.

Wie funktionierte der Verkehr mit nur zwei Spuren

Die Frage ist politisch besonders relevant, weil die Stadt Zürich unabhängig von der Baustelle seit Jahren untersuchen wollte, ob auf der Bellerivestrasse dauerhaft weniger Fahrspuren möglich wären.

Während der Bauphase zeigte sich nach Angaben der Stadt zunächst ein bekanntes Muster: In der Einrichtungsphase kam es zeitweise zu stockendem Verkehr. Zudem leiteten Navigationssysteme Fahrzeuge teilweise über Dufourstrasse und Seefeldstrasse, wodurch zusätzlicher Verkehr im Quartier entstand. Nach vollständiger Einführung der temporären Verkehrsführung habe sich die Situation jedoch stabilisiert. Der Verkehr sei trotz nur einer Fahrspur pro Richtung weitgehend flüssig gelaufen, hält die Stadt auf ihrer Projektseite fest. Daraus lässt sich nach Ansicht der Behörden allerdings nicht automatisch ableiten, dass der ursprünglich geplante Verkehrsversuch erfolgreich gewesen wäre. Die Rahmenbedingungen waren unterschiedlich. Während der Notsanierung wurden beispielsweise Abbiegemöglichkeiten eingeschränkt und Einmündungen verändert. Der eigentliche Verkehrsversuch hätte unter eigens definierten Bedingungen prüfen sollen, ob die Leistungsfähigkeit einer dauerhaften oder längerfristigen Zwei-Spur-Führung ausreicht und ob zusätzlicher Schleichverkehr in angrenzenden Quartieren und Gemeinden vermieden werden kann.

Die wichtigsten Daten zur Bellerivestrasse

DatumEreignis
2020Erster politischer Anlauf für einen Verkehrsversuch mit weniger Spuren
2022/2023Neuer Versuch wird vorbereitet
Mai 2023Kantonspolizei Zürich verweigert die Zustimmung
Juni 2023Stadt Zürich reicht Rekurs ein
Mai 2024Sicherheitsdirektion weist den Rekurs ab
August 2025Beginn der Notsanierung und Reduktion auf eine Spur pro Richtung
Herbst 2025Verwaltungsgericht gibt der Stadt teilweise Recht und weist den Fall zurück
Juni 2026Regierungsrat lehnt den Rekurs der Stadt erneut ab
6. September 2026Rückkehr zur vierspurigen Verkehrsführung

Warum gibt Zürich den Zwei-Spur-Verkehrsversuch auf

Der Konflikt um den Verkehrsversuch reicht mehrere Jahre zurück. Die Stadt wollte mit einem zeitlich begrenzten Versuch klären, ob die Bellerivestrasse grösstenteils mit einer Fahrspur pro Richtung betrieben werden könnte, ohne ihre Funktion als wichtige Verkehrsachse zu verlieren. Die Ergebnisse sollten in die langfristige Planung für den Strassenraum einfliessen. Ein erster politischer Vorstoss wurde bereits 2020 bekannt. Später konkretisierte die Stadt ihre Pläne und wollte den Versuch ursprünglich von Mitte August 2023 bis Ende April 2024 durchführen. Dazu kam es jedoch nicht.

Die Kantonspolizei Zürich verweigerte Ende Mai 2023 die Zustimmung. Die Stadt legte dagegen Rekurs ein. Die kantonale Sicherheitsdirektion lehnte diesen im Mai 2024 ab, worauf die Stadt das Verwaltungsgericht anrief. Im Herbst 2025 erhielt Zürich dort teilweise Recht. Entscheidend war allerdings nicht die verkehrspolitische Frage selbst. Das Gericht beanstandete vielmehr das Verfahren und kam zum Schluss, dass wegen der vorherigen Einbindung der Sicherheitsdirektion der Regierungsrat über den Rekurs hätte befinden müssen. Der Fall ging deshalb zurück an die Kantonsregierung.

Im Juni 2026 lehnte auch der Regierungsrat den Rekurs ab. Damit hätte die Stadt erneut gerichtlich gegen den Entscheid vorgehen müssen, wenn sie den Verkehrsversuch weiterverfolgen wollte. Genau darauf verzichtet Zürich nun. Die Stadt erklärt, dass ein weiteres Gerichtsverfahren lange dauern und damit die Planung der definitiven Umgestaltung der Bellerivestrasse verzögern könnte. Statt weitere Jahre über den Versuch zu streiten, soll nun direkt am eigentlichen Strassenbauprojekt gearbeitet werden.

Bleibt die Bellerivestrasse dauerhaft vierspurig

Vorerst ja – dauerhaft entschieden ist die zukünftige Gestaltung damit aber noch nicht.

Nach dem 6. September wird die bestehende vierspurige Verkehrsführung wiederhergestellt. Gleichzeitig bedeutet der Verzicht auf den Verkehrsversuch nicht, dass die langfristige Gestaltung der Bellerivestrasse abgeschlossen wäre. Die Stadt will nun ein konkretes Strassenbauprojekt ausarbeiten. Dieses soll später öffentlich publiziert beziehungsweise aufgelegt werden. Erst mit diesem Projekt wird klarer werden, wie Fahrbahnen, Veloverkehr, Fussverkehr, öffentlicher Raum und weitere Nutzungen langfristig organisiert werden sollen.

Damit sind zwei Entscheidungen auseinanderzuhalten:

Kurzfristig: Die Bellerivestrasse wird wieder vierspurig.

Langfristig: Die definitive bauliche Gestaltung befindet sich weiterhin in Planung.

Der aufgegebene Verkehrsversuch war lediglich ein Instrument, mit dem die Stadt Daten für diese spätere Planung sammeln wollte.

Was bedeutet die Änderung für das Seefeld und die Goldküste

Die Bellerivestrasse gehört zu den zentralen Verkehrsachsen zwischen der Zürcher Innenstadt und den Gemeinden am rechten Zürichseeufer. Entsprechend gross war die politische Aufmerksamkeit rund um eine mögliche dauerhafte Spurreduktion. Gemeinden entlang der Goldküste hatten wiederholt Bedenken geäussert, dass weniger Kapazität auf der Hauptachse zu Staus oder zusätzlichem Verkehr auf Ausweichrouten führen könnte. Auch im Seefeld spielte dieses Thema eine Rolle. Während der frühen Phase der Baustelle führten Navigationssysteme Fahrzeuge teilweise durch das Quartier. Die Stadt passte daraufhin Verkehrsführung und Zufahrten an und erklärte später, der Ausweichverkehr habe sich stabilisiert.

Mit vier Fahrspuren ab September entfällt nun die für die Baustelle eingerichtete grundlegende Spurreduktion. Für die Gemeinden am rechten Seeufer ist zugleich klar, dass die politische Diskussion um die langfristige Entwicklung der Achse damit nicht zwingend beendet ist. Sie verlagert sich vom Verkehrsversuch auf das kommende Strassenbauprojekt.

Was passiert nach der Notsanierung

Die unmittelbare Priorität liegt zunächst auf dem vollständigen Abschluss der Bauarbeiten und der Wiederherstellung der normalen Verkehrsführung. Im Bereich der Bellerivestrasse wurden während der Sanierung nicht nur Leitungen ersetzt. Die Bauarbeiten machten auch Eingriffe in Seitenbereiche und Grünstrukturen nötig. Zwischen Seegartenstrasse und Feldeggstrasse wurden im Februar 2025 insgesamt 17 Bäume entfernt, zusätzlich musste ein weiterer Baum auf privatem Grund weichen. Nach Angaben der Stadt soll die gleiche Anzahl Bäume wieder am gleichen Standort gepflanzt werden.

Parallel dazu beginnt die nächste planerische Phase.

Die Stadt Zürich will die langfristige bauliche Erneuerung der Bellerivestrasse vorbereiten. Wie viele Fahrspuren das endgültige Projekt vorsieht und wie der Strassenraum im Detail aufgeteilt wird, ist mit dem Verzicht auf den Verkehrsversuch noch nicht abschliessend festgelegt.

Entscheidend ist deshalb die spätere Veröffentlichung des Strassenbauprojekts.

Fragen und Antworten zur Bellerivestrasse Zürich

Ab wann ist die Bellerivestrasse wieder vierspurig?

Die Stadt Zürich plant die Normalisierung der Verkehrsführung für Sonntag, 6. September 2026. Danach sollen zwischen Kreuzstrasse und Ida-Bindschedler-Strasse wieder je zwei Spuren pro Fahrtrichtung zur Verfügung stehen.

Warum endet die Notsanierung früher?

Die wesentlichen Werkleitungs- und Strassenarbeiten konnten schneller als ursprünglich vorgesehen abgeschlossen werden. Dadurch kann die provisorische Zwei-Spur-Verkehrsführung bereits Anfang September aufgehoben werden.

Wie lange war die Bellerivestrasse auf zwei Spuren reduziert?

Die temporäre Spurreduktion begann im August 2025. Bis zum 6. September 2026 wurde der Verkehr weitgehend mit einer Fahrspur pro Richtung geführt.

Wird die Bellerivestrasse nach dem 6. September dauerhaft vier Spuren haben?

Die bestehende Strasse wird zunächst wieder vierspurig betrieben. Über die langfristige bauliche Ausgestaltung entscheidet jedoch das noch auszuarbeitende Strassenbauprojekt.

Ist der Zwei-Spur-Verkehrsversuch abgesagt?

Ja. Die Stadt Zürich hat entschieden, den geplanten Verkehrsversuch nicht weiterzuverfolgen. Sie akzeptiert den Entscheid des Regierungsrats vom Juni 2026 und verzichtet auf ein weiteres langwieriges Gerichtsverfahren.

War die Baustellenlösung bereits der geplante Verkehrsversuch?

Nein. Die Stadt unterscheidet ausdrücklich zwischen beiden Situationen. Die Spurreduktion seit August 2025 war wegen der Notsanierung notwendig und wurde unter speziellen Verkehrsbedingungen umgesetzt. Der geplante Verkehrsversuch hätte andere Rahmenbedingungen gehabt und sollte gezielt die langfristige Leistungsfähigkeit einer Zwei-Spur-Lösung untersuchen.

Weshalb wurde der Verkehrsversuch gestoppt?

Die Kantonspolizei verweigerte 2023 die Zustimmung. Nach mehreren Rekurs- und Gerichtsverfahren entschied der Zürcher Regierungsrat im Juni 2026 ebenfalls gegen den Versuch. Die Stadt könnte weiter prozessieren, verzichtet darauf aber mit Blick auf mögliche Verzögerungen bei der eigentlichen Strassenplanung.

Was plant die Stadt jetzt?

Als nächster Schritt wird das definitive Strassenbauprojekt ausgearbeitet. Dieses soll später veröffentlicht werden. Details zur endgültigen Verkehrsführung liegen deshalb noch nicht vollständig vor.

Was Autofahrer ab September beachten müssen

Der entscheidende Termin ist der 6. September 2026. Während der Umstellung kann es nochmals zu temporären Einschränkungen kommen, da die provisorische Verkehrsführung zurückgebaut werden muss. Die Stadt führt diesen Arbeitsschritt für den Abschnitt zwischen Kreuzstrasse und Ida-Bindschedler-Strasse in ihrer Planung ausdrücklich als «Normalisierung prov. Verkehrsführung».

Ab dem folgenden Tag soll sich die Situation deutlich vereinfachen: vier Fahrspuren, wieder regulär bediente Bushaltestellen und das Ende der grossflächigen baustellenbedingten Spurreduktion.

Unabhängig davon können einzelne Rest- und Abschlussarbeiten im Umfeld weiterhin lokale Einschränkungen verursachen. Wer die Bellerivestrasse regelmässig nutzt, sollte deshalb insbesondere an den letzten Bautagen weiterhin die aktuellen Verkehrsinformationen der Stadt beachten.

Verwendete Materialien: Stadt Zürich – Projekt Bellerivestrasse und aktuelle Bauinformationen, Stadt Zürich – Angaben zur Notsanierung und Verkehrsführung, Swissinfo/SDA, Tages-Anzeiger vom 24. August 2026.

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