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Bitcoin hat in der Nacht auf Freitag erstmals seit Monaten die Marke von 118.000 US-Dollar durchbrochen und damit einen der größten Short-Squeezes in der Geschichte des Kryptomarktes ausgelöst. Innerhalb von 24 Stunden wurden Positionen im Wert von über 1,13 Milliarden US-Dollar liquidiert, davon entfielen rund 1,01 Milliarden auf Short-Positionen – also auf Spekulationen gegen den steigenden Kurs der weltweit größten Kryptowährung. Der Umfang und das Ungleichgewicht dieser Liquidationen, bei denen fast 90 Prozent aller Positionen von Leerverkäufern stammten, zeigen, wie stark sich Händler zuletzt gegen die Rallye gestellt hatten.Das berichtet NUME.ch unter Berufung auf CoinDesk.

Betroffen waren insgesamt etwa 237.000 Trader weltweit. Die größte Einzelliquidation war eine BTC-USDT-Short-Position im Volumen von 88,5 Millionen US-Dollar auf der Plattform HTX. Auch Bybit und Binance meldeten massive Eingriffe: Bei Bybit summierten sich die Zwangsliquidationen auf rund 461 Millionen US-Dollar – davon über 93 Prozent auf der Short-Seite. Binance und HTX folgten mit 204 Millionen bzw. 193 Millionen Dollar. Die Auswirkungen solcher Bewegungen sind nicht nur technisch, sondern auch psychologisch erheblich: Wenn Leerverkäufer ihre Positionen durch automatische Mechanismen schließen müssen, steigt der Druck auf den Markt, was in der Regel den Kursanstieg zusätzlich beschleunigt.

Ein großer Teil der Liquidationen wurde durch Bitcoin-Futures ausgelöst, die allein 590 Millionen Dollar ausmachten. Ether-Futures sorgten für weitere 241 Millionen Dollar. In den vier Stunden vor dem Kursausbruch stieg das sogenannte „Open Interest“ bei BTC-Futures um über zwei Milliarden US-Dollar. Laut Analysten lag das Verhältnis von Long- zu Short-Positionen bei etwa 52 Prozent zugunsten der Käuferseite, was auf steigende Risikobereitschaft hindeutet.

Die Kursrallye erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Zuversicht an den Finanzmärkten. In den USA deuten politische Signale auf regulatorische Klarheit hin, gleichzeitig zeigen sich die Aktienmärkte robust, was auch das Interesse an alternativen Anlageformen wie Kryptowährungen befeuert. Marktbeobachter sprechen von einem Reflexmechanismus, der den Markt zusätzlich treibt: Je mehr Short-Positionen geschlossen werden, desto stärker der Kaufdruck – ein klassischer Short-Squeeze mit Selbstdynamik.

Für Anleger in der Schweiz ist der aktuelle Bitcoin-Höhenflug ein weiteres Zeichen dafür, wie volatil, aber auch chancenreich der Kryptomarkt bleibt. Wer auf fallende Kurse gesetzt hatte, dürfte in dieser Woche deutliche Verluste verzeichnet haben. Umso wichtiger ist ein umsichtiges Risikomanagement, insbesondere bei gehebelten Positionen. Denn wie die jüngsten Bewegungen zeigen, können sich Trends rasch und mit voller Wucht in die Gegenrichtung kehren.

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