Gotthard Stau am Wochenende vom 24. und 25. Oktober 2026: Der Strassentunnel zwischen Göschenen und Airolo ist in beiden Richtungen offen, eine Nachtsperre ist nicht geplant, doch das Wochenende bringt eine Mischung, die den Verkehr auf der A2 zäh machen kann. In Baden-Württemberg beginnen die Herbstferien, in sechs deutschen Bundesländern enden sie, im deutschsprachigen Graubünden ist der Sonntag der letzte Ferientag, und der ADAC zählt die Gotthard-Route zwischen Basel und Chiasso ausdrücklich zu den staugefährdeten Transitstrecken. Gleichzeitig ist der Gotthardpass seit dem Wintereinbruch vom Mittwoch gesperrt, ebenso die Passstrasse über den San Bernardino, der Furka, der Nufenen, der Susten und der Grimsel. Wer am Gotthard Zeit sparen will, hat damit weniger Ausweichmöglichkeiten als im Sommer. Für die Wartezeit gilt die Faustregel des TCS: Ein Kilometer Stau vor dem Nordportal kostet rund zehn Minuten. Was das konkret für Wartezeiten, Spitzenzeiten und Alternativen bedeutet, berichtet die Redaktion von nume.ch.
Die Ausgangslage im Detail: Laut Touring Club Schweiz (TCS) waren am Samstag um 4 Uhr Nord- und Südportal offen, Stau wurde keiner gemeldet. Typisch für ein Herbstwochenende ist ein Gotthard Stau Richtung Süden am Freitagnachmittag und Samstagvormittag, Richtung Norden am Sonntagnachmittag. Im Oktober liegt die durchschnittliche Spitze laut den Auswertungen von Gotthard Live bei rund drei Kilometern vor Göschenen und zweieinhalb Kilometern vor Airolo, also bei 25 bis 40 Minuten Wartezeit. Ruhig ist es meist zwischen 6 und 9 Uhr. Erschwerend kommt das Wetter dazu: Mit dem Sturmtief «Austen» sinkt die Schneefallgrenze am Samstag auf 1100 bis 1400 Meter, regional gegen 1000 Meter. Göschenen liegt auf rund 1100, Airolo auf rund 1175 Metern. Schneematsch an den Rampen und Unfälle sind an solchen Tagen die häufigsten Gründe, warum aus wenigen Kilometern plötzlich deutlich mehr werden. In der Nacht auf Sonntag endet zudem die Sommerzeit: Um 3 Uhr werden die Uhren auf 2 Uhr zurückgestellt, die Rückreise am Sonntag beginnt also mit einer Stunde früher hereinbrechender Dunkelheit. Wer Richtung Tessin oder Italien fährt, sollte darum Winterreifen montiert haben, die Webcams vor der Abfahrt prüfen und den San Bernardino als echte Alternative erst ab rund einer Stunde Wartezeit einplanen.
Gotthard Stau heute: So ist die Lage an Nord- und Südportal
Der Gotthard-Strassentunnel ist mit 16,9 Kilometern die wichtigste Strassenverbindung durch die Schweizer Alpen. Er wird im Gegenverkehr mit je einer Spur pro Richtung betrieben und ist seit seiner Eröffnung am 5. September 1980 ein Nadelöhr. Ein Gotthard Stau entsteht nicht im Tunnel selbst, sondern davor: Das Dosiersystem lässt pro Stunde und Richtung höchstens 1000 Personenwagen und 150 Lastwagen passieren (SRF). Kommen mehr Fahrzeuge an, wächst der Gotthard Stau vor dem Portal. Der Stau ist also planbar, solange kein Unfall oder Wintereinbruch dazwischenkommt.
Richtung Süden: Kolonne vor Göschenen
Richtung Süden bildet sich der Gotthard Stau auf der A2 im Kanton Uri vor dem Nordportal in Göschenen. Bei normalen Herbstwochenenden beginnt die Kolonne zwischen Wassen und Göschenen, bei grösseren Reisewellen reicht sie über Amsteg und Erstfeld bis Altdorf. Am Rekordtag des Jahres 2026, dem 18. Juli, stand der Verkehr laut TCS auf 20 Kilometern bis gegen Flüelen, die Wartezeit lag bei rund drei Stunden. Davon ist ein Oktoberwochenende weit entfernt. Realistisch sind am Samstag zwischen 10 und 14 Uhr einige Kilometer, vor allem wenn baden-württembergische Familien gleichzeitig mit Ausflüglern ins Tessin aufbrechen. Am Samstag scheint auf der Alpensüdseite die Sonne bei bis zu 16 Grad, was den Ausflugsverkehr Richtung Lugano und Locarno zusätzlich anziehen dürfte.
Richtung Norden: Rückreise vor Airolo
Richtung Norden bildet sich der Gotthard Stau in der Leventina zwischen Quinto und der Dosierstelle Airolo. Wie schnell sie wächst, zeigte der 14. Oktober: Bereits an einem Mittwoch staute sich der Verkehr laut TCS auf rund zwei Kilometern, die Wartezeit betrug 20 Minuten, die Einfahrt Airolo Richtung Gotthard war gesperrt. Am Sonntag, 25. Oktober, ist der Nachmittag zwischen 14 und 18 Uhr die kritische Phase. Dann fahren Wochenendausflügler und Ferienrückkehrer aus Italien gleichzeitig zurück. Wer im Tessin übernachtet hat, fährt am besten vor 11 Uhr oder nach 19 Uhr los. Die Zeitumstellung hilft dabei: Wer seine Abfahrt um 8 Uhr plant, ist nach der alten Sommerzeit bereits um 9 Uhr unterwegs und hat eine Stunde mehr Schlaf hinter sich.
| Zeitfenster | Richtung Süden (Göschenen) | Richtung Norden (Airolo) |
|---|---|---|
| Samstag 6 bis 9 Uhr | meist frei | meist frei |
| Samstag 10 bis 14 Uhr | Spitze, einige Kilometer möglich | gering |
| Samstag 14 bis 18 Uhr | abnehmend | leicht steigend |
| Sonntag 6 bis 11 Uhr | gering | meist frei |
| Sonntag 14 bis 18 Uhr | gering | Spitze, Rückreiseverkehr |
| Sonntag ab 19 Uhr | frei | abnehmend |
Wartezeit am Gotthardtunnel richtig einschätzen
Die Länge beim Gotthard Stau in Kilometern sagt allein wenig aus. Entscheidend ist, wie viele Fahrzeuge das Dosiersystem pro Stunde durchlässt und wie flüssig die Kolonne vorrückt. Eine offizielle Formel gibt es nicht. Die Meldungen des TCS aus diesem Jahr zeigen aber eine stabile Grössenordnung, mit der sich jede Verkehrsmeldung in eine konkrete Zeit übersetzen lässt.
Die Faustregel in Zahlen
- 1 Kilometer Stau entspricht rund 10 Minuten Wartezeit (TCS-Meldung vom 14. Oktober 2026).
- 2 Kilometer Stau kosten rund 20 Minuten, so der TCS für das Südportal am 14. Oktober.
- 5 Kilometer Stau bedeuten rund 50 Minuten, gemeldet am 18. Juli 2026.
- 10 Kilometer Stau entsprechen erfahrungsgemäss 1 Stunde 40 Minuten bis 2 Stunden.
- 20 Kilometer Stau führten am 18. Juli zu 2,5 bis 3 Stunden Wartezeit.
Richtung Norden fällt die Zeit pro Kilometer oft etwas höher aus als Richtung Süden, weil sich die Kolonne in der Leventina auf weniger Spuren und mit mehr Einfahrten bildet. Wer die aktuelle Meldung kennt, rechnet daher besser mit einem Zuschlag von zehn bis zwanzig Prozent. Ein Pannenfahrzeug im Tunnel ändert alles: Bei einem Unfall wird der Tunnel ganz gesperrt, dann helfen keine Faustregeln mehr, sondern nur die Live-Meldungen.
Live-Quellen und Webcams vor der Abfahrt
Für den Gotthard Stau heute sind die Webcams die zuverlässigste Quelle. Der TCS zeigt auf seiner Gotthard-Seite je eine Kamera am Nordportal kurz vor Göschenen mit Blick Richtung Süden und eine direkt vor der Einfahrt in Airolo. Die Bilder werden alle fünf Minuten erneuert. Ergänzend melden die TCS-App, Viasuisse über Radio SRF und die Verkehrsinformationen des Bundesamts für Strassen ASTRA Staulängen und Sperrungen. Wer unterwegs ist, sollte die Meldung nicht erst in Erstfeld prüfen, sondern spätestens in Luzern oder am Seelisbergtunnel. Nach Altdorf gibt es auf der A2 keine sinnvolle Umkehr mehr Richtung San Bernardino.
Sperrungen am Gotthard: Tunnel offen, Pass im Winterschlaf
Die grosse Herbstrevision des Tunnels ist abgeschlossen. Von September bis Anfang Oktober war die Röhre in mehreren Wochen jeweils nachts zwischen 20 und 5 Uhr gesperrt, die letzte dieser Sperren endete am 7. Oktober. Für das Wochenende vom 24. und 25. Oktober sieht der TCS keine Nachtsperre vor. Bestehen bleibt die wöchentliche Sperre in der Nacht auf Donnerstag von 23 bis 1 Uhr, die für Sondertransporte reserviert ist. Für Ausnahmetransporte gelten bis Ende 2028 zudem reduzierte Durchfahrtshöhen von 5,20 Metern Richtung Norden und 6,00 Metern Richtung Süden.
Gotthardpass nach dem Wintereinbruch gesperrt
Die Passstrasse zwischen Hospental und Airolo ist seit Mittwoch, 21. Oktober, geschlossen. Grössere Mengen Neuschnee in der Nacht auf Donnerstag haben die Strassen über 2000 Meter weiss gefärbt, wie 20 Minuten berichtete. Laut dem Pässeportal alpen-paesse.ch bleibt der Gotthardpass aus Sicherheitsgründen bis auf weiteres gesperrt, die nächste Beurteilung ist für Montag, 26. Oktober, 8 Uhr angesetzt. Ob der Pass danach nochmals öffnet oder direkt in die Wintersperre geht, hängt vom Wetter ab. Die reguläre Wintersperre dauert meist von November bis Mai, im Vorjahr begann sie am 7. November, die Öffnung 2026 erfolgte am 8. Mai um 11 Uhr. Für dieses Wochenende ist der Pass als Umfahrung des Gotthard Staus damit keine Option.
Welche Alpenpässe offen sind und welche nicht
| Pass | Status Ende Oktober 2026 | Bedeutung für Reisende |
|---|---|---|
| Gotthardpass | gesperrt, Beurteilung am 26. Oktober | keine Umfahrung des Tunnels |
| San-Bernardino-Pass | gesperrt | Tunnel der A13 bleibt befahrbar |
| Furka, Nufenen, Grimsel, Susten | gesperrt | Furka-Autoverlad Realp–Oberwald fährt ganzjährig |
| Grosser Sankt Bernhard | Wintersperre seit 19. Oktober, 8 Uhr | nur Strassentunnel |
| Oberalp | offen, schneebedeckt | Verbindung Andermatt–Disentis |
| Julier, Bernina, Flüela, Ofen, Umbrail | offen, schneebedeckt | nur mit Winterausrüstung |
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Pass und Tunnel. Gesperrt ist die Passstrasse über den San Bernardino, nicht der San-Bernardino-Tunnel der A13. Die Autobahn von Chur über Thusis und Mesocco nach Bellinzona bleibt die wichtigste Ausweichroute. Ebenso fährt der Furka-Autoverlad zwischen Realp und Oberwald, obwohl die Furkapassstrasse geschlossen ist.
Alternativen zum Gotthard Stau: San Bernardino, Simplon und Autoverlad
Ausweichen lohnt sich nicht bei jedem Gotthard Stau. Die Umfahrung ist länger, auch die A13 ist an solchen Wochenenden belastet, und der ADAC nennt die San-Bernardino-Route ausdrücklich als staugefährdet. Der TCS empfiehlt den Umweg für Reisende aus der Ostschweiz und dem Raum Zürich erst dann, wenn die Wartezeit vor dem Gotthard mehr als eine Stunde beträgt. Das entspricht einem Gotthard Stau von rund sechs bis sieben Kilometern vor Göschenen.
Fahrzeiten von Zürich nach Chiasso im Vergleich
| Route | Fahrzeit ohne Stau | Distanz | Lage am Wochenende |
|---|---|---|---|
| Axenstrasse, A2 und Gotthardtunnel | 2 h 45 min | 228 km | Standardroute |
| Axenstrasse, A2 und Gotthardpass | 3 h 15 min | 244 km | derzeit gesperrt |
| A3/A13 und San-Bernardino-Tunnel | 3 h 15 min | 286 km | offen, ebenfalls staugefährdet |
| A2, Oberalp- und Lukmanierpass | 4 h 00 min | 274 km | nur bei geöffneten Pässen und Winterausrüstung |
Die Rechnung ist einfach: Der Umweg über den San Bernardino kostet ohne Stau rund 30 Minuten und 58 Kilometer mehr. Bei einer Wartezeit von 40 Minuten am Gotthard bringt er nichts, bei 90 Minuten spart er rund eine Stunde. Wer aus der Ostschweiz, aus St. Gallen oder dem Rheintal anreist, fährt ohnehin näher an Chur vorbei und profitiert früher. Für Reisende aus Basel oder Bern ist der San Bernardino dagegen ein grosser Umweg. Ausführliche Informationen zur Route liefert unser Beitrag zum San-Bernardino-Tunnel mit Staus und Sperrungen.
Aus Bern und der Westschweiz: Lötschberg und Simplon
Von Bern nach Chiasso dauert die Fahrt über den Gotthard ohne Stau rund 3 Stunden 15 Minuten, über den Lötschberg-Autoverlad Kandersteg–Goppenstein und den Simplonpass rund 4 Stunden 45 Minuten. Der Simplon ist grundsätzlich ganzjährig offen, kann bei starkem Schneefall aber zeitweise gesperrt werden. Für das Tessin lohnt sich diese Route nur bei sehr langem Stau, für Ziele am Lago Maggiore, in Domodossola oder im Piemont ist sie dagegen oft die direkte Wahl. Die A9 über Brig ist an diesem Wochenende vom Herbstferienverkehr kaum betroffen. Ein Hinweis zur Planung: Der Verlad am Lötschberg verkehrt im Takt, an Wochenenden kann sich auch dort eine Warteschlange bilden.
Warum es am Gotthard gerade an diesem Wochenende stauen kann
Beim Gotthard Stau zählt der Oktober zu den mittelstarken Monaten. Gotthard Live bewertet ihn mit einem Verkehrsindex von 4 auf einer Skala bis 10. Kritisch sind April, Juli und August. Das Wochenende vom 24. und 25. Oktober hat trotzdem einige Besonderheiten, die zusammen für mehr Verkehr sorgen als an einem gewöhnlichen Herbstsamstag.
Ferienkalender in der Schweiz und in Deutschland
- Baden-Württemberg: Herbstferien vom 26. bis 30. Oktober, viele Familien starten bereits am Samstag Richtung Süden.
- Sechs weitere Bundesländer: Ende der Herbstferien am Wochenende, laut ADAC mit erhöhtem Rückreiseverkehr auf den deutschen Autobahnen.
- Fünf Bundesländer: zweite Ferienwoche, darunter Berlin mit Ferien bis 31. Oktober.
- Graubünden, deutsch- und romanischsprachige Schulen: Herbstferien vom 10. bis 25. Oktober, Rückreise am Sonntag.
- Zürich, Bern, Luzern, Aargau und St. Gallen: Herbstferien bereits beendet.
- Tessin: Herbstferien vom 31. Oktober bis 8. November, der Ferienverkehr aus dem Süden folgt eine Woche später.
- Bayern: Herbstferien vom 2. bis 6. November.
Der Blick auf die nächsten Wochen zeigt: Das letzte Oktoberwochenende mit dem Ferienstart im Tessin am 31. Oktober und Allerheiligen am Sonntag, 1. November, dürfte am Gotthard erneut lebhaft werden. Allerheiligen ist in zahlreichen katholischen Kantonen ein Feiertag, auch im Tessin, und in Baden-Württemberg und Bayern.
Sturmtief, Schnee und Zeitumstellung
Ab Freitag liegt die Schweiz im Einflussbereich des Sturmtiefs «Austen», das nördlich des Landes durchzieht. Am Samstag fallen Schauer vor allem an den Alpennordhängen, die Schneefallgrenze liegt zwischen 1100 und 1400 Metern, regional und vorübergehend gegen 1000 Meter. In den Bergen weht starker bis stürmischer Westwind. Am Sonntag steigt die Schneefallgrenze zunächst über 2000 Meter und sinkt bis zum Abend wieder. Auf der Nordseite heisst das: Die Rampe zwischen Amsteg und Göschenen kann am Samstag nass bis schneebedeckt sein, während im Tessin die Sonne scheint. Die Rückstellung der Uhren in der Nacht auf Sonntag verschiebt den Sonnenuntergang in Airolo um eine Stunde nach vorne auf kurz nach 17 Uhr. Wer am Sonntagnachmittag im Gotthard Stau steht, fährt die letzten Kilometer über die A2 im Dunkeln. Mehr zur Umstellung und zu den Folgen für den Fahrplan steht in unserem Beitrag zur Winterzeit 2026 und dem SBB-Fahrplan.
«Fahrten in die Berge sollten auf keinen Fall mehr ohne Winterausrüstung angetreten werden.»
(ADAC, Stauprognose für das Wochenende vom 23. bis 25. Oktober 2026, adac.de)
In der Schweiz gibt es keine generelle Winterreifenpflicht. Wer jedoch mit Sommerreifen liegen bleibt und den Verkehr behindert, muss mit einer Busse rechnen, und bei einem Unfall kann die Versicherung Leistungen kürzen. In Italien gilt auf vielen Strecken, etwa auf Autobahnabschnitten in der Lombardei und im Piemont, vom 15. November bis 15. April eine Winterausrüstungspflicht. Für dieses Wochenende ist das noch nicht relevant, für Fahrten im November schon.

Was Uri und das Tessin gegen den Ausweichverkehr tun
Wer den Gotthard Stau über die Kantonsstrassen umfahren will, landet in den Dörfern. Das ärgert die Bevölkerung in Uri und in der Leventina seit Jahren. Der Kanton Uri und das ASTRA setzen darum an Spitzentagen auf ein Paket aus Sperren und Temporeduktionen, die Südseite dosiert über die Stelle in Airolo. Der Grundsatz ist klar: Auf der Autobahn bleiben bringt fast immer mehr als die Fahrt durchs Dorf.
Regeln auf der Urner Seite
- Einfahrt Göschenen: während der Passsaison ab drei Kilometern Stau geschlossen.
- Einfahrt Wassen: grundsätzlich geöffnet.
- Tempo 80: ab acht Kilometern Stau vom Südportal des Seelisbergtunnels bis zur Ausfahrt Amsteg.
- Verkehrsdienste: an Spitzentagen in Erstfeld und Amsteg.
- Zwischen Ostern und Passöffnung gilt eine strengere Variante mit zusätzlich gesperrter Einfahrt Wassen und kurzen Zeitfenstern in Göschenen für Einheimische, Pendler und Gäste.
Mit der Schliessung des Passes im Herbst fällt die Sommerregelung weg, wie der Kanton Uri bei der Passöffnung im Mai mitteilte. Welche Variante an einem bestimmten Tag gilt, zeigen die Signalisationen an der A2 und die Meldungen der Kantonspolizei Uri. Für Durchreisende ändert sich wenig: Wer an der Ausfahrt Amsteg die Autobahn verlässt, um in Göschenen wieder aufzufahren, steht im Zweifel vor einer gesperrten Einfahrt.
Dosierung in der Leventina
Auf der Tessiner Seite regelt die Dosierstelle Airolo den Zufluss in den Tunnel. Bei Überlastung werden Einfahrten gesperrt, die Kolonne bildet sich dann zwischen Quinto und Airolo auf der A2. Wer nach dem Gotthard weiter nach Italien fährt, muss an der Grenze in Chiasso-Brogeda zusätzliche Wartezeit einplanen. Der TCS weist an Reisewochenenden regelmässig darauf hin. Auf italienischer Seite rechnet der ADAC an diesem Wochenende mit hoher Staugefahr auf der A9 und A7 zwischen der Schweiz, Mailand und Genua.
Gotthard aktuell: Zahlen, Rekorde und die zweite Röhre
Der Gotthard Stau wächst seit Jahrzehnten. 1981 fuhren laut ASTRA 2 884 230 Fahrzeuge durch den Strassentunnel, 2019 waren es 6 399 350, also mehr als doppelt so viele. Noch deutlicher steigen die Staustunden: Für 2024 nennt swissinfo.ch 1544 Staustunden vor dem Nordportal und 1657 vor dem Südportal. Der Sommer 2026 brachte acht Tage mit mehr als zehn Kilometern Stau, 2025 waren es elf. Der längste Rückreisestau vor dem Südportal erreichte am 7. August elf Kilometer.
Die Bilanz des Jahres 2026
| Datum | Ereignis | Stau | Wartezeit |
|---|---|---|---|
| Ostern, ab 2. April | Feiertage und Ferienbeginn in 19 Kantonen | bis 13 km | über 2 Stunden |
| 18. Juli | Ferienwelle Schweiz und Deutschland | 20 km vor Göschenen | rund 3 Stunden |
| 7. August | Rückreise aus Italien | 11 km vor Airolo | über 2 Stunden |
| 14. Oktober | Überlastung an einem Werktag | 2 km vor Airolo | 20 Minuten |
| 20., 22. und 26. Dezember | Prognose des TCS für Weihnachten | bis 8 km Richtung Süden | Prognose |
Zweite Röhre ab 2030: Was sich ändert
Seit 2021 baut der Bund 70 Meter östlich des bestehenden Tunnels eine zweite Röhre. Das Schweizer Stimmvolk hat dem Projekt am 28. Februar 2016 zugestimmt. Die Tunnelbohrmaschinen sind seit Februar 2025 in Göschenen und Airolo im Einsatz, auf der Südseite blieb eine Maschine 2025 im brüchigen Gestein stecken. Das ASTRA hält an der Eröffnung im Juli 2030 fest. Danach wird der gesamte Verkehr durch die neue Röhre geführt, die alte wird während rund drei Jahren saniert. Erst anschliessend fahren die Autos in beiden Röhren, je auf einer Spur pro Richtung. Mehr Kapazität entsteht dadurch nicht, die Obergrenze von 1000 Personenwagen pro Stunde und Richtung bleibt. Der Gotthard Stau verschwindet also auch nach 2030 nicht, die zweite Röhre bringt vor allem mehr Sicherheit, weil kein Gegenverkehr mehr in derselben Röhre fährt.
Mit der Bahn am Gotthard Stau vorbei
Die konsequenteste Alternative zum Gotthard Stau führt unter dem Berg hindurch, allerdings auf Schienen. Seit Dezember 2016 verkehren die Fernverkehrszüge durch den 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnel zwischen Erstfeld und Bodio, seit Ende 2020 zusätzlich durch den Ceneri-Basistunnel. Die Reise von Zürich nach Lugano dauert damit rund zwei Stunden, von Luzern nach Bellinzona etwas mehr als eineinhalb Stunden. Ein Stau auf der A2 hat darauf keinen Einfluss. Wer ohnehin ein Halbtax oder ein Generalabonnement besitzt, kommt für einen Tagesausflug ins Tessin meist günstiger weg als mit dem Auto, Treibstoff und Parkgebühren in Lugano eingerechnet.
Für wen sich der Umstieg lohnt
- Tagesausflügler nach Lugano, Locarno oder Bellinzona, die vor Ort zu Fuss, mit Bus oder Schiff unterwegs sind.
- Reisende mit Ziel Mailand: Die direkten EuroCity-Züge ab Zürich fahren ohne Umsteigen in die Stadt und umgehen auch die Grenzwartezeit in Chiasso.
- Familien mit kleinen Kindern, für die drei Stunden im Rückreisestau am Sonntag die grössere Belastung sind als ein Zug mit Familienwagen.
- Alle, die am Sonntagabend nach der Zeitumstellung nicht im Dunkeln über verschneite Rampen fahren wollen.
Wann das Auto die bessere Wahl bleibt
Für Ferienwohnungen in den Seitentälern, für Gepäck, Velos oder Hunde und für Fahrten weiter nach Italien bleibt das Auto oft die praktischere Lösung. Auch die Bahn ist an Herbstwochenenden gut ausgelastet, besonders am Samstagvormittag Richtung Süden und am Sonntagnachmittag Richtung Norden, also genau dann, wenn auch der Gotthard Stau seine Spitze erreicht. Eine Sitzplatzreservation ist auf den internationalen Zügen nach Mailand empfehlenswert. Der früher übliche Autoverlad durch den alten Gotthard-Bahntunnel existiert nicht mehr, wer sein Auto per Bahn über die Alpen bringen will, nutzt den Lötschberg zwischen Kandersteg und Goppenstein oder die Furka zwischen Realp und Oberwald.
Weiterfahrt nach Italien: Chiasso, Como und Mailand
Für viele Reisende endet die Geduldsprobe nicht in Airolo. Nach dem Gotthard folgen auf der A2 der Ceneri, Lugano und der Grenzübergang Chiasso-Brogeda, auf italienischer Seite die A9 Richtung Como und Mailand. Der ADAC rechnet an diesem Wochenende mit hoher Staugefahr auf der A9 und A7 zwischen der Schweiz, Mailand und Genua. Wer den Gotthard Stau gut hinter sich gebracht hat, verliert die gewonnene Zeit sonst rasch an der Grenze oder im Mailänder Ring.
Grenze und italienische Autobahn
Am Übergang Chiasso-Brogeda kontrollieren Schweizer und italienische Behörden stichprobenartig, an Reisewochenenden bilden sich dabei regelmässig Kolonnen. Der TCS weist bei grossen Reisewellen jeweils auf zusätzliche Zeitverluste nach dem Gotthard hin. Auf der italienischen A9 ist die Autobahn mautpflichtig, bezahlt wird an den Mautstellen bar, mit Karte oder per Telepass. Wer Richtung Gardasee oder Venedig weiterfährt, umfährt Mailand idealerweise über die Tangenziale, die an Sonntagnachmittagen allerdings selbst zu den Staupunkten gehört. Für die Rückreise am Sonntag gilt deshalb: Wer Mailand vor Mittag verlässt, umgeht sowohl den Ring als auch den Gotthard Stau vor Airolo am Nachmittag.
Ankunft im Tessin am Samstag
Wer nur bis ins Tessin fährt, sollte die Ausfahrt nach dem Ceneri sorgfältig wählen. Lugano Nord und Lugano Sud sind an sonnigen Samstagen durch Ausflugsverkehr belastet, Locarno erreicht man über Bellinzona Sud und die Schnellstrasse Richtung Gordola. Mit bis zu 16 Grad und Sonne auf der Alpensüdseite dürfte der Samstag für Herbstausflüge an den Lago Maggiore und in die Täler beliebt sein. Ab dem 31. Oktober beginnen im Tessin die Herbstferien bis 8. November. Dann kehrt sich der Verkehr um, und Tessiner Familien fahren vermehrt nordwärts.
Praktische Tipps für die Fahrt über die A2
Wer gut vorbereitet losfährt, verliert im Gotthard Stau deutlich weniger Zeit und Nerven. Die wichtigsten Punkte lassen sich in wenigen Minuten erledigen, bevor das Auto die Garage verlässt.
Vor der Abfahrt
- Webcams in Göschenen und Airolo prüfen, sie zeigen die Lage zuverlässiger als jede Prognose.
- Winterreifen montieren oder mindestens Schneeketten mitnehmen, die Schneefallgrenze sinkt am Samstag gegen 1000 Meter.
- Abfahrt Richtung Süden am Samstag vor 9 Uhr oder nach 15 Uhr planen, Richtung Norden am Sonntag vor 11 Uhr oder nach 19 Uhr.
- Gültige Autobahnvignette 2026 kontrollieren, sie gilt bis 31. Januar 2027.
- Tank und Batterie bei Elektroautos auffüllen, im Stau laufen Heizung und Scheinwerfer.
- Wasser, Snacks und warme Kleidung für Kinder einpacken.
Im Stau und im Tunnel
Im Stau gilt in der Schweiz wie in Deutschland die Pflicht zur Rettungsgasse, sobald der Verkehr stockt: Wer links fährt, weicht nach links aus, alle anderen nach rechts. Im Tunnel selbst gilt Tempo 80, der Abstand muss mindestens 150 Meter betragen, Wenden und Überholen sind verboten. Das Radio sollte auf den Verkehrsfunk eingestellt sein, im Tunnel werden Durchsagen eingespielt. Bei einer Panne Warnblinker einschalten, das Fahrzeug möglichst in eine Ausstellbucht lenken und über die Notrufnische Hilfe anfordern. Bei Rauch gilt: Fahrzeug stehen lassen, Schlüssel stecken lassen, zu Fuss zum nächsten Fluchtweg in den Sicherheitsstollen. Diese Stollen liegen im Abstand von rund 250 Metern und sind beleuchtet beschildert. Wer längere Zeit steht, schaltet den Motor ab, sofern die Kolonne nicht vorrückt.
Häufige Fragen zum Gotthard Stau am Wochenende
Gibt es heute Stau am Gotthard
Am Samstag, 24. Oktober 2026, meldete der TCS um 4 Uhr keinen Stau, beide Portale waren offen. Am Samstagvormittag zwischen 10 und 14 Uhr sind Richtung Süden einige Kilometer möglich, am Sonntagnachmittag zwischen 14 und 18 Uhr Richtung Norden. Die aktuelle Lage zeigen die TCS-Webcams in Göschenen und Airolo.
Wie lange ist die Wartezeit am Gotthardtunnel
Beim Gotthard Stau gilt als Faustregel rund zehn Minuten pro Kilometer. Zwei Kilometer bedeuten etwa 20 Minuten, fünf Kilometer rund 50 Minuten, zwanzig Kilometer zweieinhalb bis drei Stunden. Richtung Norden kann es pro Kilometer etwas länger dauern.
Ist der Gotthardtunnel am Wochenende gesperrt
Nein. Für den 24. und 25. Oktober ist keine Sperre geplant. Die Nachtsperren der Herbstrevision endeten am 7. Oktober. Geschlossen ist der Tunnel jeweils in der Nacht auf Donnerstag von 23 bis 1 Uhr für Sondertransporte.
Ist der Gotthardpass offen
Nein. Der Gotthardpass ist seit dem Wintereinbruch vom 21. Oktober aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die nächste Beurteilung ist am Montag, 26. Oktober, um 8 Uhr. Die reguläre Wintersperre dauert meist von November bis Mai.
Ab wann lohnt sich der San Bernardino
Laut TCS lohnt sich die Route über die A13 für Reisende aus der Ostschweiz und dem Raum Zürich, wenn die Wartezeit am Gotthard mehr als eine Stunde beträgt. Ohne Stau ist der Weg von Zürich nach Chiasso über den San Bernardino rund 30 Minuten länger. Der San-Bernardino-Tunnel ist offen, nur die Passstrasse ist gesperrt.
Wann wird die Uhr umgestellt
In der Nacht auf Sonntag, 25. Oktober 2026, werden die Uhren um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Damit beginnt die Winterzeit, am Abend wird es eine Stunde früher dunkel.
Wann kommt die zweite Gotthardröhre
Das ASTRA plant die Eröffnung im Juli 2030. Danach wird die alte Röhre rund drei Jahre saniert. Erst dann fahren beide Röhren mit je einer Spur pro Richtung, die Kapazität bleibt gleich.
Für das Wochenende vom 24. und 25. Oktober bleibt der Gotthard Stau im Rahmen eines normalen Herbstwochenendes, sofern Schnee und Unfälle ausbleiben. Der Tunnel ist offen, der Pass ist zu, die A13 bleibt die einzige echte Ausweichroute. Wer früh oder spät fährt, die Webcams im Blick behält und Winterreifen montiert hat, kommt in der Regel ohne grosse Verzögerung ins Tessin und zurück. Das nächste anspruchsvolle Wochenende folgt mit dem Ferienstart im Tessin am 31. Oktober.
Mehr Verkehrsinformationen und Ausflugstipps finden sich in den News aus Zürich und der Schweiz. Lesen Sie auch: San-Bernardino-Tunnel: Verkehrslage und Sperrungen, Winterzeit 2026 und SBB-Fahrplan, Zürich am Wochenende vom 24. und 25. Oktober, Grimseltunnel zwischen Bern und Wallis und Weihnachten und Neujahr 2026/2027 in der Schweiz.
Verwendete Materialien: Touring Club Schweiz (TCS), ADAC, Bundesamt für Strassen ASTRA, Kanton Uri, 20 Minuten, alpen-paesse.ch, Gotthard Live, imTicker, blue News, SRF, swissinfo.ch, auto motor und sport, Kanton Graubünden, Repubblica e Cantone Ticino, Kalenderpedia








