US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag über seine Plattform Truth Social öffentlich erklärt, dass Coca-Cola in den Vereinigten Staaten künftig Rohrzucker anstelle von Maissirup mit hohem Fructosegehalt (HFCS) verwenden werde.
„Ich habe mit Coca-Cola über die Verwendung von echtem Rohrzucker in Coke in den Vereinigten Staaten gesprochen, und sie haben zugestimmt“, schrieb Trump.
Das in Atlanta ansässige Unternehmen bestätigte bislang keine konkrete Umstellung der Rezeptur, betonte jedoch, man begrüße das Interesse an Produktinnovationen und werde „in Kürze weitere Details zu neuen Varianten in der Coca-Cola-Produktlinie bekannt geben“. NUME.ch berichtet darüber unter Berufung auf Reuters.
Gesundheitspolitischer Kontext: MAHA-Initiative unter Kennedy Jr.
Der Vorstoß ist Teil der Initiative Make America Healthy Again (MAHA), die von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. eingeführt wurde. Ziel ist es, unter anderem Maissirup, künstliche Farbstoffe und industrielle Pflanzenöle aus der Lebensmittelproduktion zu verdrängen. Kennedy kritisiert seit Jahren die Dominanz stark verarbeiteter Inhaltsstoffe im US-amerikanischen Ernährungssektor.
Ein Kommissionsbericht von Mai 2025 verweist auf gesundheitliche Risiken insbesondere bei Kindern. Die MAHA-Initiative will daher in Kürze neue Ernährungsrichtlinien veröffentlichen, die auf natürliche Inhaltsstoffe und weniger zugesetzten Zucker setzen.
Wirtschaftliche Implikationen: Widerstand von Maislobby
Die Ankündigung hat umgehend Kritik der Agrarindustrie hervorgerufen. John Bode, Präsident der Corn Refiners Association, warnte vor weitreichenden Konsequenzen:
„Eine Umstellung auf Rohrzucker wird voraussichtlich Tausende Arbeitsplätze kosten, Importe erhöhen und das Einkommen der US-Landwirte im Mittleren Westen senken – ohne belegbaren gesundheitlichen Nutzen.“
Fachgesellschaften weisen darauf hin, dass der ernährungsphysiologische Unterschied zwischen HFCS und Saccharose (Rohrzucker) gering sei. Im Fokus sollte daher die absolute Reduktion von Zucker stehen – unabhängig von dessen Herkunft.
Globale Produktionspraxis bei Coca-Cola
Region | Verwendetes Süßungsmittel |
---|---|
USA | HFCS (Maissirup mit hohem Fructosegehalt) |
Europa | Haushaltszucker (vorwiegend Zuckerrüben) |
Mexiko, UK | Rohrzucker |
Diätprodukte | Aspartam oder Stevia |
In den USA ist HFCS seit den 1980er Jahren Standard – unter anderem aufgrund politischer und wirtschaftlicher Interessen der Maisindustrie. In Europa hingegen – auch in der Schweiz und Deutschland – setzt Coca-Cola weiterhin auf klassischen Haushaltszucker. Laut Unternehmensdaten enthält Coca-Cola 10,6 g Zucker pro 100 ml.
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