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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erklärt, dass die Ukraine und die Vereinigten Staaten Entwürfe mehrerer Dokumente ausgearbeitet haben, die auf die Beendigung des Krieges abzielen. Dies geht aus einer Mitteilung hervor, die Selenskyj auf Telegram veröffentlicht hat. Darüber berichtet Nume.ch.

Nach Angaben Selenskyjs hatte er zuvor ausführliche Berichte vom Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates, Rustem Umerow, sowie vom Chef des Generalstabs, Andrij Hnatow, erhalten. Beide hatten die Ukraine bei Gesprächen in den Vereinigten Staaten vertreten und über deren Ergebnisse informiert.

Laut Selenskyj verliefen die Gespräche mit Vertretern des US-Präsidenten Donald Trump konstruktiv. In deren Ergebnis seien mehrere Arbeitsentwürfe vorbereitet worden, die verschiedene zentrale Bereiche abdecken.

„Wir haben produktiv mit den Vertretern von Präsident Trump gearbeitet. Derzeit liegen Entwürfe mehrerer Dokumente vor. Insbesondere gibt es Texte zu Sicherheitsgarantien für die Ukraine, zum Wiederaufbau sowie zu einer grundlegenden Rahmenvereinbarung für das Ende dieses Krieges“, schrieb Selenskyj auf Telegram, wie RBK-Ukraine berichtet.

Nach Aussage des Präsidenten enthalten die Entwürfe Bestimmungen, die ein reales Ende der Kampfhandlungen sicherstellen und eine erneute russische Invasion in Zukunft verhindern sollen. Gleichzeitig betonte er ausdrücklich, dass es sich dabei um vorläufige Arbeitsfassungen handelt, die noch keinen endgültigen rechtlichen Status besitzen.

Entwurfsdokumente seien vorbereitende Texte, in denen zentrale Ideen, Prinzipien und mögliche Vereinbarungen festgehalten würden. Sie könnten im weiteren Verlauf überarbeitet, ergänzt oder verändert und anschließend zwischen den beteiligten Seiten abgestimmt werden, bevor es zu einer formellen Annahme oder Unterzeichnung komme.

Selenskyj unterstrich, dass jede neue Verhandlungsrunde die Position der Ukraine stärke und den Schutz ihrer nationalen Interessen verbessere. Die Ukraine werde den konstruktiven diplomatischen Kurs fortsetzen, gleichzeitig aber darauf bestehen, dass diplomatische Bemühungen von verstärktem internationalem Druck auf Russland sowie zusätzlicher militärischer, politischer und wirtschaftlicher Unterstützung begleitet werden.

„Jeder russische Schlag gegen die Ukraine und jede intensive russische Offensive an der Front zeigt, dass die Bereitschaft der Ukraine, diesen Krieg zu beenden, deutlich größer ist als jene Russlands. Dieses Ungleichgewicht muss durch stärkeren Druck der Weltgemeinschaft auf den Aggressor korrigiert werden“, erklärte Selenskyj laut RBK-Ukraine.

Zugleich dankte er den europäischen Partnern für ihre anhaltende Unterstützung und enge Koordination. Diplomatische Initiativen müssten seiner Ansicht nach zwingend mit konkreten Maßnahmen kombiniert werden, um wirksam zu sein.

US-Forderungen und offene Streitfragen

Die Aussagen des ukrainischen Präsidenten erfolgen vor dem Hintergrund eines von den Vereinigten Staaten ausgearbeiteten Friedensplans. Dieser soll ursprünglich 28 Punkte umfasst haben und auf die Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine abgezielt haben. Später wurde der Plan Medienberichten zufolge auf 20 Punkte reduziert.

Besonders umstritten bleibt die territoriale Frage. Nach vorliegenden Informationen schlagen die USA vor, dass die Ukraine ihre Truppen aus Teilen der Region Donezk abzieht, was faktisch eine Übergabe dieser Gebiete unter russische Kontrolle bedeuten würde. Eine ähnliche Position wird seit Langem auch von Moskau vertreten.

Selenskyj hat solche Forderungen mehrfach entschieden zurückgewiesen. Er betonte, dass die Ukraine keine Gebiete abtreten werde, da dies gegen die Verfassung des Landes sowie gegen grundlegende Normen des Völkerrechts verstoße. Gleichzeitig erklärte er, dass ein möglicher erster Schritt zu einem Waffenstillstand in einer Fixierung entlang der derzeitigen Frontlinie bestehen könne, ohne dabei territoriale Verluste anzuerkennen.

Der russische Präsident Wladimir Putin beschuldigt die Ukraine und westliche Staaten weiterhin, den Krieg absichtlich in die Länge zu ziehen. Diese Vorwürfe weist Kiew als zynisch und unbegründet zurück.

In der vergangenen Woche erklärte Selenskyj zudem, dass die Ukraine und die Vereinigten Staaten bislang nicht über die Laufzeit möglicher Sicherheitsgarantien gesprochen hätten. Er beharrt darauf, dass verbindliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine durch den US-Kongress gebilligt werden müssten. Darüber hinaus sagte er, die Ukraine sei derzeit „zu 90 Prozent“ mit den von europäischen Partnern angebotenen Sicherheitsgarantien zufrieden.

Die Vorbereitung dieser Entwurfsdokumente zeigt, dass die diplomatischen Bemühungen zwischen Kiew und Washington fortgesetzt werden. Gleichzeitig dauern die Kämpfe an, und zentrale Fragen — insbesondere zu Sicherheitsgarantien und territorialen Aspekten — bleiben weiterhin ungelöst.

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