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27. Juli 2026. Während der Bitcoin-Markt innerhalb eines Jahres massiv an Wert verloren hat, zeigt Bitcoins 40-Prozent-Rückgang, wie schnell die vermeintlich aussergewöhnliche Rendite des NEOS Bitcoin High Income ETF zusammenschrumpfen kann: BTCI zahlt zwar weiterhin monatlich aus, doch die Ausschüttung je Anteil sank von 1,0427 US-Dollar im Januar auf 0,6458 US-Dollar im Juli 2026. Gleichzeitig lag die Marktrendite des Fonds per Ende Juni seit Jahresbeginn bei minus 30,10 Prozent und über zwölf Monate bei minus 40,95 Prozent – trotz der laufenden Zahlungen an die Anleger, berichtet NUME.CH unter Berufung auf NEOS Investments und Börsendaten der Cboe.

Der Fall zeigt den entscheidenden Unterschied zwischen einer hohen ausgewiesenen Ausschüttungsrate und der tatsächlichen Gesamtrendite eines Investments. BTCI erwirtschaftet den grössten Teil seines Cashflows nicht aus gewöhnlichen Unternehmensgewinnen oder stabilen Zinsen, sondern aus Optionsprämien auf bitcoinbezogene Anlagen. Diese Einnahmen hängen stark von der Volatilität, dem Kursniveau des Bitcoin und der Preisgestaltung am Optionsmarkt ab. Fallen die Prämien oder verliert das Fondsvermögen an Wert, können monatliche Zahlungen zwar weiterlaufen, während das investierte Kapital dennoch deutlich schrumpft.

Was ist der NEOS Bitcoin High Income ETF BTCI

Der NEOS Bitcoin High Income ETF wird seit dem 16. Oktober 2024 an der Cboe gehandelt. Sein Anlageziel besteht darin, eine hohe monatliche Ausschüttung zu erzeugen und gleichzeitig an einem Teil möglicher Bitcoin-Kursgewinne teilzunehmen. Der Fonds kauft Bitcoin jedoch nicht direkt, sondern investiert in börsengehandelte Produkte, sogenannte ETPs, die ihrerseits einen direkten oder indirekten Bezug zum Bitcoin besitzen.

Zusätzlich verkauft das Fondsmanagement Call-Optionen auf bitcoinbezogene Instrumente. Dafür erhält der Fonds Optionsprämien, die zusammen mit Zinsen, realisierten Kapitalgewinnen und anderen Erträgen für die monatlichen Ausschüttungen verwendet werden können.

Die wichtigsten Fondsdaten per 24. Juli 2026:

KennzahlBTCI
Auflegung16. Oktober 2024
BörseCboe
Marktpreis28,39 US-Dollar
Nettoinventarwert28,42 US-Dollar
Nettovermögenrund 1,11 Milliarden US-Dollar
Ausschüttungmonatlich
Verwaltungsgebühr0,98 Prozent
Gesamte laufende Fondskosten0,99 Prozent
Direkter Bitcoin-BesitzNein

Der Unterschied zwischen Verwaltungsgebühr und Gesamtkosten entsteht durch zusätzliche indirekte Aufwendungen der im Portfolio gehaltenen Fonds und Geldmarktinstrumente. NEOS beziffert diese erworbenen Fondsgebühren auf 0,01 Prozent pro Jahr.

Die Konstruktion kann für Anleger interessant sein, die einen laufenden Cashflow suchen. Sie ist jedoch nicht mit einem direkten Bitcoin-Investment vergleichbar. Wer BTCI kauft, erwirbt eine aktiv verwaltete Kombination aus Bitcoin-ETPs, Derivaten und einer einkommensorientierten Optionsstrategie.

Wie BTCI aus Bitcoin-Volatilität monatliche Einnahmen erzeugt

Das wirtschaftliche Prinzip hinter BTCI ist vergleichbar mit einer Covered-Call-Strategie. Der Fonds hält eine wirtschaftliche Beteiligung an der Entwicklung bitcoinbezogener Produkte und verkauft gleichzeitig Kaufoptionen. Der Käufer einer solchen Option zahlt eine Prämie, um das Recht zu erhalten, das zugrunde liegende Instrument später zu einem festgelegten Preis zu erwerben.

Diese Prämie fliesst dem Fonds unabhängig davon zu, ob die Option später ausgeübt wird. Je höher die erwartete Schwankungsintensität des Bitcoin, desto teurer sind Optionen in der Regel. Starke Unsicherheit kann deshalb kurzfristig besonders hohe Einnahmen ermöglichen.

Die Strategie besitzt allerdings drei strukturelle Grenzen:

  1. Bei fallendem Bitcoin schützt die Prämie nur begrenzt.
    Sinkt der Wert der gehaltenen Bitcoin-ETPs stärker als die eingenommenen Optionsprämien, fällt auch der Nettoinventarwert des Fonds.
  2. Bei stark steigendem Bitcoin wird ein Teil des Gewinnpotenzials abgegeben.
    Die verkauften Call-Optionen begrenzen die Teilnahme an Kursgewinnen oberhalb bestimmter Ausübungspreise.
  3. Bei sinkender Volatilität werden die Prämien kleiner.
    Beruhigt sich der Markt, kann der Fonds für neu verkaufte Optionen weniger verlangen. Damit sinkt die Grundlage für spätere Ausschüttungen.

NEOS weist selbst darauf hin, dass die kombinierte Strategie aus synthetischer Long-Position, Bitcoin-ETPs und verkauften Call-Optionen die Beteiligung an Bitcoin-Kursgewinnen begrenzt. Ebenso könnten die eingenommenen Prämien nicht ausreichen, um Verluste in einem fallenden Markt auszugleichen.

BTCI ist deshalb kein Produkt, das Bitcoin-Risiken beseitigt. Es verändert lediglich deren Verteilung: Ein Teil des möglichen Kursanstiegs wird gegen laufende Einnahmen eingetauscht, während ein erheblicher Teil des Verlustrisikos bestehen bleibt.

Warum die Ausschüttung von 1,04 auf 0,65 US-Dollar fiel

Die monatlichen BTCI-Zahlungen zeigen seit Anfang 2026 keinen stabilen Aufwärtstrend. Im Januar wurden 1,0427 US-Dollar pro Anteil ausgeschüttet. Im Februar sank der Betrag auf 0,7608 US-Dollar. Im März folgten 0,7804 US-Dollar, im April 0,7982 US-Dollar und im Mai 0,7934 US-Dollar. Im Juni fiel die Zahlung auf 0,6525 US-Dollar, im Juli nochmals leicht auf 0,6458 US-Dollar.

Ausschüttungsmonat 2026Betrag je BTCI-Anteil
Januar1,0427 US-Dollar
Februar0,7608 US-Dollar
März0,7804 US-Dollar
April0,7982 US-Dollar
Mai0,7934 US-Dollar
Juni0,6525 US-Dollar
Juli0,6458 US-Dollar

Vom Januar bis Juli sank die einzelne Monatszahlung damit um rund 38 Prozent. Dies bedeutet nicht automatisch, dass jede weitere Zahlung ebenfalls niedriger ausfallen muss. Die Zahlen machen jedoch deutlich, dass die Ausschüttung variabel ist und nicht wie ein fest vereinbarter Anleihezins behandelt werden kann.

Die Ausschüttung hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Höhe der vereinnahmten Optionsprämien
  • realisierten Gewinnen oder Verlusten aus Derivaten
  • Zinseinnahmen aus kurzfristigen Anlagen
  • Bitcoin-Kursentwicklung
  • Volatilität der zugrunde liegenden Produkte
  • verfügbarem Fondsvermögen
  • Entscheidungen des Fondsmanagements
  • steuerlicher Klassifikation der Zahlungen

Die July-Zahlung von 0,6458 US-Dollar ergäbe bei unverändertem Betrag zwölfmal pro Jahr insgesamt 7,7496 US-Dollar. Gemessen am Marktpreis von 28,39 US-Dollar entspräche dies rechnerisch einer annualisierten Rate von rund 27,3 Prozent – nicht rund acht Prozent.

Die in der Ausgangsvorlage genannte Berechnung einer Forward-Rendite von 7,8 Prozent ist daher mathematisch nicht mit einer Monatszahlung von 0,6525 US-Dollar und einem Anteilspreis um 29,53 US-Dollar vereinbar. Zwölf Zahlungen von jeweils 0,6525 US-Dollar ergeben 7,83 US-Dollar pro Jahr. Dividiert durch 29,53 US-Dollar resultiert daraus eine annualisierte Ausschüttungsrate von etwa 26,5 Prozent.

Das ändert jedoch nichts am grundlegenden Risiko: Eine hochgerechnete Rate setzt voraus, dass die jüngste Monatszahlung ein ganzes Jahr lang unverändert bleibt. Dafür gibt es keine Garantie.

Warum 40 Prozent Ausschüttungsrendite nicht 40 Prozent Gewinn bedeuten

Auf Finanzportalen wurde für BTCI zuletzt eine nachlaufende Ausschüttungsrendite von rund 40 Prozent angezeigt. Diese Zahl basiert auf den in den vergangenen zwölf Monaten gezahlten Beträgen und dem aktuellen, inzwischen stark gesunkenen Anteilspreis. Stock Analysis bezifferte die Ausschüttung der vergangenen zwölf Monate per 24. Juli auf 11,54 US-Dollar je Anteil und die daraus errechnete Rendite auf 40,66 Prozent.

Der Fondsanbieter selbst meldete per Ende Juni eine nachlaufende Zwölfmonatsrate von 41,33 Prozent. Daneben wies NEOS eine aktuelle Distribution Rate von 26,16 Prozent und eine 30-Tage-SEC-Rendite von lediglich 2,13 Prozent aus. Diese Kennzahlen messen unterschiedliche Dinge und dürfen nicht gleichgesetzt werden.

Die nachlaufende Ausschüttungsrate addiert frühere Zahlungen. Sie kann besonders hoch erscheinen, wenn der Anteilspreis inzwischen gefallen ist.

Die aktuelle Distribution Rate annualisiert normalerweise die jüngste Ausschüttung anhand des aktuellen oder jüngsten Nettoinventarwerts.

Die 30-Tage-SEC-Rendite soll den laufenden Nettoertrag des Portfolios nach Kosten vergleichbarer darstellen. Optionsbasierte Ausschüttungen und Kapitalrückzahlungen werden darin nicht auf dieselbe Weise abgebildet wie in der ausgewiesenen Distribution Rate.

Der Abstand zwischen 26,16 Prozent Distribution Rate und 2,13 Prozent SEC Yield ist deshalb ein wichtiges Warnsignal für die Interpretation. Er bedeutet nicht automatisch, dass die Ausschüttung unzulässig oder wertlos ist. Er zeigt aber, dass ein grosser Teil der Zahlung nicht mit dem klassischen laufenden Zinsertrag eines Obligationenfonds vergleichbar ist.

NEOS erklärt ausdrücklich, dass die Ausschüttungen als Kapitalrückzahlung klassifiziert worden seien und aus Optionsprämien, Dividenden, Kapitalgewinnen und Zinsen bestehen könnten. Eine Kapitalrückzahlung kann steuerlich vorteilhaft sein, erhöht aber nicht automatisch das Vermögen des Anlegers. Wird lediglich Kapital aus dem Fonds zurückgezahlt, sinkt im Gegenzug grundsätzlich die wirtschaftliche Substanz beziehungsweise die steuerliche Kostenbasis der Anlage.

Was die Gesamtrendite über den tatsächlichen Erfolg sagt

Für die Beurteilung eines ausschüttenden ETF ist nicht allein entscheidend, wie viel Geld monatlich auf dem Konto eingeht. Relevant ist die Gesamtrendite: Kursentwicklung beziehungsweise Veränderung des Nettoinventarwerts plus reinvestierte Ausschüttungen nach Kosten.

Per 30. Juni 2026 meldete NEOS für BTCI folgende Ergebnisse:

ZeitraumBTCI zum MarktpreisS&P Bitcoin Index
Ein Monat−18,80 %−20,01 %
Drei Monate−12,39 %−13,40 %
Sechs Monate−30,10 %−32,93 %
Seit Jahresbeginn−30,10 %−32,93 %
Ein Jahr−40,95 %−45,51 %
Seit Auflegung, kumuliert−12,45 %−13,30 %
Seit Auflegung, annualisiert−7,50 %−8,04 %

BTCI schnitt damit in den ausgewiesenen Zeiträumen etwas weniger schlecht ab als der Vergleichsindex. Die Optionsprämien konnten einen Teil des Bitcoin-Rückgangs auffangen. Sie verhinderten jedoch weder einen Verlust von rund 30 Prozent im ersten Halbjahr noch einen Verlust von rund 41 Prozent über zwölf Monate.

Das Ergebnis widerlegt die Annahme, dass monatliche Ausschüttungen automatisch einen positiven Ertrag bedeuten. Ein Anleger kann regelmässig Bargeld erhalten und gleichzeitig einen noch grösseren Rückgang des investierten Kapitals erleben.

Ein vereinfachtes Beispiel zeigt den Effekt:

  • Kaufwert: 10.000 US-Dollar
  • erhaltene Ausschüttungen: 3.000 US-Dollar
  • verbleibender Marktwert: 6.000 US-Dollar
  • Gesamtwert: 9.000 US-Dollar
  • tatsächlicher Verlust: 1.000 US-Dollar beziehungsweise 10 Prozent

Die Ausschüttungen sind real, doch sie müssen immer zusammen mit der Wertentwicklung des Fonds betrachtet werden.

Kann BTCI weiterhin 15 Prozent oder mehr ausschütten?

Eine Ausschüttungsrate oberhalb von 15 Prozent bleibt grundsätzlich möglich. Die jüngste Monatszahlung würde beim damaligen Kurs sogar eine deutlich höhere annualisierte Rate ergeben. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass diese Höhe dauerhaft gehalten wird.

Für die kommenden Monate sind drei Szenarien denkbar.

1. Bitcoin bleibt volatil, bewegt sich aber seitwärts

Dies wäre für eine Optionsstrategie grundsätzlich ein günstiges Umfeld. Der Fonds könnte weiterhin relativ hohe Prämien vereinnahmen, ohne dass ein starker Kursanstieg sämtliche verkauften Calls unter Druck setzt. Monatliche Ausschüttungen könnten auf einem hohen Niveau bleiben, während der Nettoinventarwert dennoch schwankt.

2. Bitcoin fällt weiter

Steigende Angst kann zwar höhere Optionsprämien erzeugen. Ein tiefer Kursverlust der zugrunde liegenden ETPs kann diese Einnahmen aber deutlich übersteigen. Die Ausschüttung könnte weitergezahlt werden, während der Anteilspreis und das Fondsvermögen sinken.

3. Bitcoin steigt stark

Der Nettoinventarwert dürfte sich erholen, doch die verkauften Call-Optionen können den möglichen Gewinn begrenzen. BTCI könnte hinter einem direkten Bitcoin-ETF zurückbleiben, weil ein Teil des Aufwärtspotenzials gegen Prämieneinnahmen abgegeben wurde.

Eine dauerhaft hohe Ausschüttung wäre daher am ehesten in einem Markt mit ausreichend hoher Volatilität, aber ohne extremen und anhaltenden Kursrückgang tragfähig. Genau diese Kombination lässt sich nicht zuverlässig prognostizieren.

Was Schweizer Anleger zusätzlich beachten müssen

Für Anlegerinnen und Anleger in der Schweiz kommt zum eigentlichen Fondsrisiko ein Währungsrisiko hinzu. BTCI wird in US-Dollar gehandelt. Wer sein Vermögen und seine Ausgaben in Schweizer Franken berechnet, kann durch einen schwächeren Dollar zusätzliche Verluste erleiden. Umgekehrt kann ein stärkerer Dollar die in Franken gemessene Rendite erhöhen.

Weitere Punkte sind:

  • US-Quellensteuer: Die steuerliche Behandlung einzelner Ausschüttungsbestandteile kann von klassischen Dividenden abweichen und sollte anhand der Abrechnung der Depotbank geprüft werden.
  • Kapitalrückzahlungen: Diese können die steuerliche Kostenbasis beeinflussen.
  • Handelskosten: Fremdwährungsgebühren, Börsenspesen und Geld-Brief-Spannen reduzieren die Nettorendite.
  • Komplexität: Optionen, synthetische Positionen und mehrere zugrunde liegende ETPs erschweren die transparente Bewertung.
  • Kurze Historie: Der Fonds besteht erst seit Oktober 2024 und hat deshalb noch keinen vollständigen mehrjährigen Marktzyklus durchlaufen.
  • Keine Einlagensicherung: ETF-Anteile sind Wertschriften und keine geschützten Bankeinlagen.
  • Bitcoin-Risiko bleibt: Die Optionsstrategie dämpft Verluste möglicherweise, beseitigt sie aber nicht.

Die laufenden Gesamtkosten von 0,99 Prozent kommen zusätzlich zu wirtschaftlichen Verlusten aus ungünstigen Marktbewegungen. Bei einer komplexen Strategie sind nicht nur die offiziell ausgewiesenen Kosten entscheidend, sondern auch die Ausführungspreise und Ergebnisse der Derivatgeschäfte.

Für wen BTCI geeignet sein kann – und für wen nicht

BTCI kann für erfahrene Anleger in Betracht kommen, die bewusst einen Teil des Bitcoin-Aufwärtspotenzials gegen monatlichen Cashflow eintauschen wollen. Voraussetzung ist, dass sie starke Schwankungen, variable Zahlungen und längere Phasen negativer Gesamtrendite finanziell tragen können.

Der Fonds ist eher ungeeignet für Personen, die:

  • eine garantierte Verzinsung suchen,
  • das Geld kurzfristig benötigen,
  • Kapitalverluste vermeiden müssen,
  • die Ausschüttung als sichere Dividende verstehen,
  • möglichst vollständig an einem Bitcoin-Kursanstieg teilnehmen wollen,
  • oder allein anhand einer hohen Prozentzahl investieren.

Wer primär auf einen langfristigen Bitcoin-Kursanstieg setzt, erhält mit einem direkten Spot-Bitcoin-ETF beziehungsweise ETP eine andere und meist leichter verständliche Risikostruktur. Wer hingegen laufende Einnahmen priorisiert, muss akzeptieren, dass diese Einnahmen teilweise durch begrenztes Aufwärtspotenzial, realisierte Optionsgewinne oder Kapitalrückzahlungen finanziert werden.

Was Bitcoins Rückgang über die BTCI-Rendite zeigt

Bitcoins Kursverlust hat die Strategie nicht funktionslos gemacht. BTCI hat gegenüber dem S&P Bitcoin Index einen Teil des Rückgangs abgefedert und seine monatlichen Zahlungen fortgesetzt. Das zentrale Versprechen – laufende Einnahmen aus Bitcoin-Volatilität – wurde damit grundsätzlich erfüllt.

Gleichzeitig zeigt die Entwicklung, was eine hohe Ausschüttungsrendite nicht leisten kann. Sie schützt weder den Nettoinventarwert noch garantiert sie einen positiven Gesamtertrag. Die Monatszahlung sank seit Januar deutlich, die Einjahresrendite blieb tief negativ und die annualisierte Rendite seit Auflegung lag per Ende Juni unter null. Die sachlich richtige Schlussfolgerung lautet deshalb nicht, dass BTCI künftig nur noch acht Prozent ausschütten werde. Die veröffentlichten Zahlen stützen diese konkrete Prognose nicht. Sie zeigen vielmehr, dass Ausschüttungsraten von 15, 25 oder 40 Prozent Momentaufnahmen sind, deren Nachhaltigkeit von Bitcoin-Kurs, Volatilität, Optionsprämien und Fondsvermögen abhängt. Für Anleger bleibt die Gesamtrendite die entscheidende Kennzahl. Eine hohe monatliche Zahlung kann Teil einer sinnvollen Optionsstrategie sein – sie ist aber kein Ersatz für Kapitalerhalt und keine Garantie für Gewinn.

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